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Innovations-Agentur : Wo die Regierung noch große Sprünge versucht

Das muss aber so ein Kopf letztendlich leisten können. Mit einem guten Überblick und einem guten Gespür dafür, woraus man etwas entwickeln kann. Etwas, das man im Wettbewerb zu einem Produkt machen kann, das uns nach vorne bringt.

Mehr Freiräume kann man sich als Forscher gar nicht wünschen.

Mit Herzblut für Wagnis und Innovation dabei: Die Ministerin auf der Jahresveranstaltung des Deutschlandstipendiums „Netzwerke nutzen, Talente entdecken“.
Mit Herzblut für Wagnis und Innovation dabei: Die Ministerin auf der Jahresveranstaltung des Deutschlandstipendiums „Netzwerke nutzen, Talente entdecken“. : Bild: dpa

In der Tat gab es so was bisher nicht in unserer Forschungslandschaft, und deshalb muss jetzt auch schnell mit unseren Haushaltsexperten und dem Finanzministerium geklärt werden, wie wir das schaffen, dass so eine Agentur freier als andere Institutionen mit Steuermitteln arbeiten kann. Das ist jedenfalls nur mit breiter parlamentarischer Unterstützung möglich. Da muss sich das Parlament absolut dahinter stellen.

Wie will man die Agentur finanziell ausstatten?

Wir werden erst mal hundert Millionen Euro dafür in den Haushalt einstellen.

Was würden Sie sagen, wann arbeitet die Ideen-Agentur erfolgreich?

Die Agentur ist erst mal völlig frei, das zu tun, was sie für wichtig hält. Wir entscheiden nur über die finanziellen Mittel, die Struktur, über den innovativen Kopf. Was sich daraus entwickelt, muss man sehen. Evaluiert werden soll das Projekt erst nach zehn Jahren. Die gewünschte Innovationskraft kann aus dieser Agentur auch nur kommen, wenn wir versuchen, ihr diese Freiheit zu geben und keine Einschränkungen zulassen. Parallel wollen wir auch auf europäischer Ebene eine solche Agentur. Sie wird letztlich für globale und europäische Fragestellungen aufgebaut.

Sogar in den Hochschulen spricht man inzwischen von einer Innovationsökologie, was ja wohl heißen soll: Wir wollen eingebunden sein in die neuen Strukturen. Ist die Schnittstelle zur Industrie nicht zu schwach ausgebildet, um schnell dahin zu kommen?

Zwischen Industrie und Fachhochschulen ist die Schnittstelle schon gut ausgebildet, an einigen Orten sogar sehr gut. Aber auch die Universitäten sind zum Teil sehr gut mit der Wirtschaft vernetzt. Die Agentur muss sich in allen Bereichen umsehen. Die neue Exzellenzstrategie wird uns zeigen, wo die qualitativ hochwertige und innovative Forschung an den Hochschulen unterwegs ist. Insgesamt geht es um gute Vernetzung.

Ministerin Karliczek: „Die Agentur ist völlig frei das zu tun, was sie für wichtig hält.“
Ministerin Karliczek: „Die Agentur ist völlig frei das zu tun, was sie für wichtig hält.“ : Bild: Ly, Martin

Netzwerken wird kaum ausreichen, die zufriedenzustellen, die sich bereits heute als Innovationstreiber sehen und trotzdem an bürokratischen Hürden oder an dem gewaltigen Aufwand der Dokumentation und Zulassung scheitern.

Wir müssen jetzt eine ganze Reihe von Strukturen aufbrechen. Alles ist wichtig, was dazu beiträgt, Wissen zu vernetzen und schnell zugänglich zu machen, ohne dass es ausgenutzt wird und derjenige, der es geschaffen hat, nichts mehr davon hat. Dokumentation, Bürokratie haben sich in den letzten Jahren in manchen Bereichen zu stark ausgebreitet, das ist bedauerlich. Aber ich habe die Hoffnung, dass durch die Digitalisierung vieles systematisiert und vereinfacht werden kann. Wir müssen uns Instrumente ausdenken, die vor allem den kleinen Unternehmen helfen, diesen enormen Aufwand für sie zu minimieren. Und wir müssen gleichzeitig die hierarchischen Strukturen an vielen Stellen zugunsten von Netzwerkstrukturen auflösen. Das Netzwerken werden wir in den nächsten Jahren an vielen Stellen unterstützen.

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