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Wissenschaft im Rampenlicht : Bedingt dialogbereit

  • -Aktualisiert am

Corona bindet Köpfe, doch auch sonst haben junge Forscher wie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung wenig Anreize, die Öffentlichkeit aktiv aufzuklären. Bild: dpa

Die Wissenschaft muss intensiver kommunizieren, und am besten geeignet wären dazu Jungforscher. Unterstützung erhalten sie von den zuständigen Institutionen bisher viel zu wenig. Ein Gastbeitrag.

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          Das Jahr 2020 sollte das Jahr der Wissenschaftskommunikation werden. Endlich einmal wollte man ganz grundsätzlich nachdenken, in Runden des Wissenschaftsrates und des Forschungsministeriums beispielsweise, um nur zwei prominente Vorhaben zu nennen. Und dann wurde es tatsächlich ein Jahr der Wissenschaftskommunikation, aber gänzlich anders, als man geplant hatte: keine Meta-Runden des alltagsentlasteten Nachdenkens, sondern der Ernstfall, Wissenschaftskommunikation sozusagen im Dauer-Elchtest. Corona, so heißt es, wirke wie eine Lupe zur Sichtbarmachung gesellschaftlicher Zustände, so auch hier: Mit einem Mal liegt die unverzichtbare Rolle nicht nur von Forschung selbst, sondern auch des vernünftig-verständlichen Redens über sie offen vor aller Augen – die Vertrauenswerte steigen, und Forscherinnen und Forscher finden sich unverhofft als Personen des öffentlichen Lebens auf den Titelseiten und in den Hauptnachrichten.

          Aber so uneingeschränkt nötig und lobenswert die Bereitschaft zum Gang in die öffentliche Arena auch ist, war und ist sie für die Beteiligten durchaus ein Schritt aus der Komfortzone und keineswegs immer nur zum Vorteil der Beteiligten – viel Ehr’, viel Feind’, könnte man die Lage pointiert zusammenfassen. „Nicht predigen, forschen sollen sie“, so lautet die diskursiv noch gemäßigte Position der Literatin Thea Dorn in dieser Sache, die die eben erzielten kommunikativen Geländegewinne gleich wieder zunichtezumachen droht.

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