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Tropenkrankheit : Gen-Mücke soll im Kampf gegen Malaria helfen

  • Aktualisiert am

Gefährliche Blutsauger: eine Anopheles-Mücke bei der Nahrungsaufnahme Bild: dpa

Britische Forscher haben die Gene von Mücken so manipuliert, dass sie fast nur noch männliche Nachkommen zeugten. Im Labor starben die Moskitos nach sechs Generationen aus. Künftig könnte so Malaria eingedämmt werden.

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          Neue Hoffnung im Kampf gegen die gefährliche Tropenkrankheit Malaria: Forscher einer britischen Universität haben eine genetisch modifizierte Stechmücke geschaffen, mit der sich ein neuer Weg zur Eindämmung der Krankheit öffnen könnte.

          Den Wissenschaftlern des Imperial College in London gelang es, Anopheles-Stechmücken so zu verändern, dass sie fast nur noch männliche Nachkommen zeugen. Das Ziel ist: Kommen keine Weibchen mehr nach, sterben die Mückenpopulationen mit der Zeit aus. Malaria wird nur durch weibliche Stechmücken übertragen, die den Parasiten Plasmodium falciparum beim Stich übertragen. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Communications“.

          An Malaria sterben weltweit jedes Jahr mehr als 650.000 Menschen. Die meisten davon sind Kinder unter fünf Jahren in den ärmsten afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Malaria gilt immer noch als schwer eindämmbar.

          Nach sechs Generationen ausgestorben

          Die Forscher testeten ihr Gen-Verfahren im Labor. Sie konnten zeigen, dass sie einen Moskito geschaffen haben, von dem 95 Prozent aller Nachkommen männlich sind. Die Wissenschaftler brachten die modifizierten Stechmücken in fünf Mücken-Populationen ein. In vier der fünf Kästen mit den Mücken-Schwärmen starben die Insekten innerhalb von sechs Generationen aus.

          „Zum ersten Mal sind wir in der Lage, im Labor die Produktion weiblicher Nachkommen zu verhindern“, sagte Forschungsleiter Andrea Crisanti. Er und seine Kollegen hoffen nun, dass ihre in sechsjähriger Arbeit gewonnenen Ergebnisse auch in der Natur Bestand haben. Damit gäbe es ihrer Ansicht nach ein Mittel, um die Krankheit auszurotten.

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