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Mythos oder Wahrheit? : Warum Sie auch 2019 skeptisch bleiben sollten

Der amerikanische Präsident Donald Trump. Bild: Reuters

Nach dem „Spiegel“-Skandal liest man spektakulär klingende Reportagen mit einer gewissen Skepsis. Auch wissenschaftliche Befunde klingen oft zu schön, um wahr zu sein. Testen Sie sich selbst! Welche dieser Nachrichten des abgelaufenen Jahres gab es wirklich, was ist ausgedacht?

          Prüfen Sie ihre Skepsis zum Jahresbeginn: Welche der folgenden Befunde aus dem abgelaufenen Jahr sind ausgedacht, welche gab es wirklich? Die Auflösung finden Sie im Kasten am Ende des Artikels. 

          Das Trump-Trauma der Jugend

          Sibylle Anderl

          Redakteurin im Feuilleton.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Die Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten hat nicht nur viele irritiert, sie hat bei Jugendlichen auch, wie sich nach der Auswertung von Fragebögen an der San Francisco State University gezeigt hat, tiefe seelische Verletzungen hinterlassen. Von den 769 Studenten, die an der knapp drei Monate nach der Wahl gestarteten Studie teilgenommen haben, zeigte ein Viertel charakteristische Anzeichen eines Traumas. Ermittelt wurde die seelische Belastung mit Hilfe des international gängigen Stressfragebogens „Impact of Event Scale“, kurz IES-R. Nach Auswertung der Antworten wurde bei den Studenten eine seelische Belastung ermittelt, die den Forschern zufolge „im Mittel vergleichbar war mit dem Stressniveau, wie man es bei Zeugen von Massentötungen findet“. Junge Frauen lagen auf der „Schock“-Skala 45 Prozent höher, verglichen mit jungen Männern, Hispanics und schwarze Amerikaner schnitten deutlich schlechter ab als Weiße.

          Eine Rekonstruktion des  Asteroiden 1I/2017 U1 „Oumuamua“ auf Basis von Messdaten.

          Interstellar Reisende hinterlassen Spuren

          Der erste mögliche Kurzbesucher aus dem interstellaren Raum, der bekanntwurde, könnte kein Komet gewesen sein, sondern eine Art Sonnensegel – und es soll mittlerweile nicht mehr das einzige Zeugnis interstellar Reisender sein. Vor mehr als einem Jahr war das senkrecht zur Sonnenebene fliegende Objekt „Oumuamua“ von Hawaii aus entdeckt worden. Fotos gibt es nicht, dafür aber einige Daten. Diesen November legten Abraham Loeb und Amir Siraj aus Harvard ihre Berechnungen der ungewöhnlichen Beschleunigung vor. Für sie könnte es sich um eine nur Millimeter dicke Membran, ein Raumschiff-Artefakt, handeln. In „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ haben die Harvard-Forscher nun die ungewöhnlichen Bahnen von vier weiteren „möglicherweise künstlichen interstellaren Objekten“ jenseits des Jupiters beschrieben.

          Blick ins Innere des noch leeren japanischen Neutrino-Observatoriums Super-Kamiokande.

          Neutrinos als Energiespender

          Neutrinos sollen das Potential haben, die Energieprobleme der Welt mit einem Schlag zu lösen – vorausgesetzt, man würde genügend dieser ungeladenen Elementarteilchen einfangen, die pro Sekunde zu Abermilliarden auf die Erde niederprasseln, ohne Spuren zu hinterlassen. Weil die Geisterteilchen, die bei der Fusion von Atomkernen im Sonneninneren entstehen, eine kleine Masse haben, könnte man sie als Energiequelle nutzen, schlagen amerikanische Forscher vor. Mit einer Spezialfolie haben sie ihr Konzept getestet: Auftreffende Neutrinos erzeugten Mikrovibrationen, die in elektrische Energie umgewandelt und kleine Lämpchen zum Leuchten gebracht haben soll. Fahren vielleicht also bald schon Neutrinoautos auf unseren Straßen?

          Langschläfer sind im Vorteil - oder nicht?

          Etappensieg für die Eulen-Menschen

          Die Existenz verschiedener Chronotypen, der Eulen und Lerchen, deren Leistungsfähigkeit entweder abends oder morgens am höchsten ist, ist heute hinlänglich nachgewiesen. Kanadische Wissenschaftler haben nun in einer Schlafstudie mit 286 Teilnehmern – unter ihnen sowohl Eulen als auch Lerchen – zeigen können, dass typübergreifend der Schlaf in den Morgenstunden zwischen 6 und 8 Uhr eine wichtige Rolle für die kognitive Leistungsfähigkeit spielt. In Konzentrationstests schnitten alle Teilnehmer, die morgens länger schlafen durften, deutlich besser ab. Die Forscher führen dies auf den zu dieser Zeit verstärkt stattfindenden REM-Schlaf zurück, der hilft, die Verarbeitung kognitiver Eindrücke zu unterstützen.

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