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Autokratie-Vorwurf von Schlott : Kommunikation in der Wissenschaft braucht Standards

  • -Aktualisiert am

Plädoyer für eine verantwortungsvolle Wissenschaftskommunikation: Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité Berlin Bild: dpa

Der Historiker René Schlott wirft Christian Drosten ein autokratisches Wissenschaftsverständnis vor. Davon kann keine Rede sein. Eine Replik des Virologen.

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          In dem Meinungsbeitrag „Schluss mit dem Geschnatter“ setzt sich René Schlott kritisch mit meinen Aussagen zur Wissenschaftskommunikation auseinander. Das ist für sich genommen nicht weiter bemerkenswert. Mit Kritik muss jeder leben, der am öffentlichen Diskurs teilnimmt. Auch Kritik am Habitus einer Person ist erlaubt. So hat mich noch niemand in Tränen ausbrechen sehen, wenn medial meine angebliche oder tatsächliche Eitelkeit oder Dünnhäutigkeit bemängelt wird. Auch im konkreten Fall stört mich nicht die inhaltliche Kritik. Es geht mir um die Wahl der Begrifflichkeit und die sich daraus ergebende Konsequenz. So unterstellt mir Herr Schlott nichts weniger als ein „autokratisches Wissenschaftsverständnis“.

          Da es sich beim Autor um einen Historiker handelt, ist davon auszugehen, dass der Begriff „autokratisch“ bewusst gewählt wurde. Und die Assoziationen, die mit diesem Begriff gerade in dieser Zeit gezogen werden, können in der Wissenschafts-Community durchaus als Angriff auf die wissenschaftliche Integrität gewertet werden. Wer mit solchen Begriffen hantiert und sie gegen Personen instrumentalisiert, sollte zumindest eine einigermaßen belastbare Argumentationskette vorweisen können. Bei Herrn Schlott ist das leider nicht erkennbar.

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