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Forschung im Gehirn : Die schwierige Suche nach den Ursachen für Pädophilie

  • -Aktualisiert am

Pädophile fallen oft schon dadurch auf, dass sie sich übereifrig um Kinder kümmern. Aber Missbrauch geschieht nicht nur, weil eine solche Neigung besteht. Bild: dpa

Störung im moralischen Kompass: Es ist unklar, wie viele Männer sich von Kindern sexuell angezogen fühlen. Auch die Gründe dafür liegen verborgen. Noch.

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          Der Mann war Elternsprecher, ein sehr engagierter, er unternahm viel mit den Schülern. Außerdem fand er die Zeit, ehrenamtlich in einem Kindergarten auszuhelfen. Wenn ihn andere dafür bewunderten, lächelte er und sagte, kleine Menschen seien ihm eben sehr wichtig. Er hatte einen guten Draht zu ihnen, wusste, was sie zum Lachen bringt. Die Kinder freuten sich, wenn er da war. Er hatte immer Zeit für sie, spielte und tobte mit ihnen. Ja, er liebte Kinder. Aber leider nicht nur auf die eine Art. Er missbrauchte sie, ein Gericht verpflichtete ihn zu einer Therapie. Doch was er falsch gemacht hat, das will ihm bis heute nicht so richtig einleuchten. „Die Kinder mögen mich“, sagt er. „Ich habe nichts getan, was sie nicht auch wollten.“

          Das ist einer dieser Fälle, von denen Therapeuten und Wissenschaftler berichten können, die sich mit Pädophilie beschäftigen. Auf den ersten Blick sind viele Pädophile auffällig nette Kerle. Ihre dunkle Seite scheinen sie jetzt häufiger im Netz auszuleben. Gerade haben Polizisten in Nordrhein-Westfalen 30.000 Spuren im sogenannten Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach gesichert, die könnten sie zu Tausenden Männern führen, die Kinderpornographie konsumieren. Darunter sind Männer mit anonymen Web-Identitäten, die in Chats Tipps austauschen, wie man Mädchen und Jungen mit Medikamenten gefügig macht, oder sich zu Gruppenvergewaltigungen der sedierten Opfer verabreden.

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