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Faktencheck zu Organspende: das Ergebnis : Von Toten und Sterbenden

  • -Aktualisiert am
  • “… Die Frage die sich mir stellt ist eher was man im schlimmsten Fall verpasst wenn man noch nicht ganz “Hirntod” ist und das ist nicht all zu viel. Also von dem her beängstigt mich diese Debatte nicht wirklich.” (FischX auf TP)

Wenn man der in diesem Kommentar zum Ausdruck kommenden Auffassung folgt, dann sprechen keine ernstzunehmende Gründe gegen die Organentnahme sprechen – so dass etwaige Gründe, die für eine Organentnahme im Rahmen einer Güterabwägung die Oberhand behalten sollten. Eine schöne Illustration dieser Position ist ein in den Kommentaren erwähnter Cartoon, auf den hier leider nur in Form eines Links verwiesen werden kann.
Ob die Aussage “Die Organentnahme schadet dem Betroffenen nicht” tatsächlich ohne weiteres aufrecht erhalten werden kann, wird in dem Diskussionsblock “Nicht spenden!” weiter unten ausführlich thematisiert.


Zwischenfazit: Die Debatte um die moralischen Gründe, die für die Organspende sprechen oder sogar eine Pflicht zur Spende begründen sollen, macht deutlich, dass auf den ersten Blick moralisch überzeugende Argumente wie nach dem Muster von “Wie Du mir, so ich Dir” durchaus hinterfragt werden können. Erkennt man die Einwände an, folgt daraus kein Grund gegen die Organspende. Lediglich auf die Behauptung, dass es eine moralische Pflicht zur Spende gäbe, muss in diesem Fall verzichtet werden.

Nicht Spenden!

Zunächst der Block ‘”Nicht Spenden!” im Überblick (Ausschnitt):

(Hier klicken, um vergrößtere Ansicht zu erhalten)

(Zur Grafik hier klicken)

Das zentrales Argument der Organspende-Skeptiker lautet: Der Hirntod (das maßgebliche Kriterium für die Organentnahme) markiert nicht tatsächlich den Todeseintritt! Dieses Argument glieder sich in verschiedene Unterargumente.
Zunächst geht es um die Frage, ob der Tod überhaupt wissenschaftlich definierbar ist – ob also die Behauptung der Organspende-Befürworter, dass es eine solide wissenschaftliche und deshalb verlässliche Basis für Organentnahme und –verpflanzung gibt, überhaupt zutrifft. Einmal wird hier das Bedenken vorgetragen, dass sich wissenschaftliche Definitionen des Todes in der Vergangenheit öfters geändert haben – und dass man nicht hundertprozentig sicher sein kann, ob nicht Patienten, die nach dem heutigen Stand der Medizintechnik als tot gelten, in Zukunft vielleicht re-animiert werden können:

  • “Früher hat man das gleiche über herztote Patienten gesagt – bis man herausgefunden hat, wie man Herzen wieder in Gang bekommt. Warum sollte das nicht auch für gehirne möglich sein? Ich halte das, was unsere Wissenschaft heute weiß, nicht für der Weisheit letzter Schluss. Was, wenn das ebenso möglich ist und wir unesre Hirn”toten” grade gepflegt um die Ecke bringen, weil irgendein Bonze Ersatzteile braucht (…) (Syrah auf TP)

Mehr Zuspruch findet eine andere Kritik an der Wissenschaftlichkeit des Hirntodes: die Tatsache nämlich, dass diese Definition geschaffen wurde, um pragmatische Interessen zu bedienen:

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