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CO2-Einspareffekt ermittelt : Täglich 2,6 Kilometer radeln fürs Weltklima

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Im niederländischen Groningen sind Fahrräder aus dem Straßenverkehr kaum wegzudenken. Würde sich weltweit eine ähnliche Nutzung von Fahrrädern entwickeln, könnten Kohlenstoffemissionen deutlich reduziert werden. Bild: Franz Lerchenmüller

Spritschlucker schaden, aber wie viel bringt eigentlich Fahrrad fahren im großen Stil für den Klimaschutz? Dänische Forscher haben sich an Niederländern ein Beispiel genommen und das Potential für Kohlendioxid-Einsparungen ausgerechnet.

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          Technische Innovationen wie die Entwicklung von Elektroautos, Leichtbaumethoden und Verbesserung der Kraftstoffeffizienz sind beliebte Ansätze zur Reduktion von Straßenverkehrs-Emissionen. Doch um die angestrebten Klimaziele zu erreichen, bedarf es wohl ebenso eines Umdenkens in der Art und Weise wie wir uns fortbewegen. Wieviel CO2 eingespart werden kann, wenn wir – besonders auf kurzen Strecken – das Auto stehen lassen und uns auf den Fahrradsattel schwingen, verdeutlicht nun eine Studie eines Teams um den Ökologen Gang Liu von der Süddänischen Universität. Die Wissenschaftler sammelten aus den Jahren 1962 bis 2015 weltweite Daten zur Fahrradproduktion, Fahrradbesitz und Fahrradnutzung und analysierten globale Zusammenhänge. Dabei stellten sie fest, dass mit einem Fahrrad-Verhalten, so wie es uns die Niederländer vormachen, weltweit etwa 686 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden können. Wie im Journal Communication Earth & Environment beschrieben, müsse dazu jeder Mensch weltweit nur 2,6 Kilometer pro Tag mit dem Rad statt dem Auto fahren. Im Jahr 2015 entsprach dies 85 Prozent der Emissionen Deutschlands. Doch auch schon 1,6 Kilometer pro Tag – dem dänischen Durchschnitt – würden bereits 414 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden – dies entspricht der gesamten CO2-Freisetzung von Großbritannien im Jahr 2015.

          Lange schon wird darüber diskutiert, dass das Umsteigen von dem Auto auf das Fahrrad einen deutlichen Einfluss auf die Umwelt hat, doch spielen Fahrräder in nur wenigen Ländern eine zentrale Rolle im Straßenverkehr. Um dies zu ergründen, generierte das Team einen Überblick über die Produktion und den Bestand von Fahrrädern in 60 Ländern und verglich dies mit denen von Autos. So stellten sie fest, dass die Zahl der produzierten Fahrräder von 1970 bis 2015 jährlich im Durchschnitt etwa 3,4 Prozent zunahm, was die Anzahl der Autos sowie deren Zuwachsrate jederzeit überstieg. Dabei wurden Fahrräder am häufigsten in China hergestellt – im Jahr 2015 zu 65,7 Prozent gefolgt von Brasilien mit 5 Prozent, Indien mit 4 Prozent und Italien sowie Deutschland mit je 2 Prozent.

          Mehr Räder als Autos

          Aber nicht nur in der Produktion hatten Fahrräder im Vergleich zu Autos die Nase vorn: Auch waren in den meisten – vor allem in industrialisierten – Ländern mehr Menschen im Besitz eines Fahrrads. Die Niederlande und Dänemark sind hierbei Spitzenreiter, dort besaß über den gesamten Zeitraum theoretisch jeder Mensch mindestens ein Fahrrad. Die Wissenschaftler vermuten, Gründe hierfür seien breit verfügbare Informationen sowie die fahrradfreundlich ausgebaute Infrastruktur. Länder mit geringem bis mittlerem Einkommen – etwa Afrika und Asien – wiesen hingegen im Vergleich zum globalen Durchschnitt einen deutlich geringeren Fahrradbesitz pro Kopf auf.

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