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Europäische Umfrage, Teil 3 : Wie abhängig sind Sie vom Smartphone?

  • Aktualisiert am

Kanzlerin Merkel zu Gast in der virtuellen Realität. Bild: dpa

Jeden Tag sind wir ein Stück mehr im „Onlife“. Die vernetzte virtuelle Existenz schafft neue Verwundbarkeiten. Das „Next Generation Internet“ verändert uns, und was tut der Staat? Teil 3 der europäischen Bürgerbefragung.

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          Fast fünf Milliarden Menschen werden im Jahr 2030 online sein. Das ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung unseres Planeten und eine Steigerung um 300 Prozent gegenüber Mitte der neunziger Jahre, als das Internet noch in seinen Kinderschuhen steckte. Das zeigen die Zahlen von Euromonitor International. Mit fast 4 Milliarden Menschen, die heute online sind, haben wir bereits die Phase betreten, die Experten als „Onlife-Ära“ bezeichnen, in der die Grenzen zwischen Online- und Offline-Persönlichkeit immer mehr verschwimmen.

          KI-gesteuerte Systeme wie die Sprachassistentin Alexa forcieren die Vernutzung mit der digitalen Parallelwelt.
          KI-gesteuerte Systeme wie die Sprachassistentin Alexa forcieren die Vernutzung mit der digitalen Parallelwelt. : Bild: Helmut Fricke

          Hier geht es zum Online-Fragebogen Teil 3

          Es ist eine Realität, die viele von uns, vor allem in der jüngeren Generation, bereits so erleben. Die Online-Wende wird nicht nur die Wirtschaft, sondern auch unsere Lebensweise und unsere grundlegende Definition der Individualität beeinflussen. Noch wichtiger ist der Aspekt, dass zwar die Bevölkerung von vielen entwickelten Ländern noch vor 2025 zu 100 Prozent verbunden sein wird, aber der dramatischste Anstieg wird in den Entwicklungsländern wie Kamerun erfolgen, wo es eine hundertfache Erhöhung von Nutzern gibt, wie der jüngste Microsoft-Bericht  „Understanding Cyberspace“ zeigt. Das Vordringen einer Technologie in diesem Umfang, die so allgegenwärtig ist, dass sie schon nicht mehr wahrgenommen wird, und die so sehr in unser Leben integriert ist, erfolgt nicht ohne tiefgreifende Konsequenzen.

          Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der „OnLife“, eine Initiative der Europäischen Kommission, betont, dass wir bereits in der allgegenwärtigen Computing-Ära leben: „In der Tat haben wir, zusammen mit dem aktuellen Aufkommen von Geräten, Sensoren, Robotern und Anwendungen und diesen neuen aufkommenden Technologien, eine neue Phase des Informationszeitalters betreten, eine Phase, in der die Hybridisierung zwischen Bits und anderen Formen der Realität so tief ist, dass sie die menschliche Existenz radikal und auf tiefgehende Art und Weise verändern wird." Die Unterscheidung zwischen Realität und Virtualität verschwimmt.

          Die Barrieren zwischen Mensch, Maschine und Natur werden unklarer werden, ein Informationensüberfluss sucht uns heim. Und zu guter Letzt wird die Vorrangstellung von Entitäten über Interaktionen verschoben zu Interaktionen über Entitäten (eine Verschiebung, die Unternehmen wie Google und Facebook zu nutzen gelernt haben, um sie in große Werte sowohl für Nutzer als auch für Werbetreibende zu verwandeln). Für die Menschheit ist es vielleicht aber auch eine große Chance das zu nutzen, was der MIT-Ökonom Thomas Malone als „kollektive Intelligenz“ bezeichnet hat: ein Netzwerk von Menschen und Maschinen, die potenziell intelligenter und fairer sind als jede andere menschliche Organisationsform.

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