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Rätselhafte Riesenwellen : Das Monster nimmt Anlauf

  • -Aktualisiert am

Eine Riesenwelle türmt sich auf an der Atlantikküste in der Bucht des portugiesischen Urlaubsortes Nazaré. Bild: Reuters

Monsterwellen sind viele Meter hoch und können großen Schaden anrichten, wenn sie auf Land treffen. Doch wie entstehen diese gewaltigen Meereswogen? Japanische Forscher glauben, dass die Topologie des Meeresbodens eine zentrale Rolle spielt.

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          Für Wellenreiter sind sie eine Herausforderung, für manche Ortschaften an Meeresküsten stellen sie eine große Gefahr dar: hohe Meereswellen, die sich bei schönstem Wetter und bei Windstille gleichsam aus dem Nichts in Küstennähe auftürmen, um dann mit großer Wucht auf Land zu treffen. Besonders an der japanischen Westküste in der Bucht vor der Stadt Toyama auf Japans Hauptinsel Honshu richten diese mehr als ein Dutzend Meter hohen Monsterwellen in den Wintermonaten immer wieder große Schäden an. Die Ursache dieses Naturphänomens war lange ein Rätsel. Eine japanische Forschergruppe hat nun entschlüsselt, wie solche gigantischen Wellen vermutlich entstehen. Die Beschaffenheit des Meeresbodens in Küstennähe spielt dabei offenbar eine entscheidende Rolle.

          Der Ursprung der Monsterwellen liegt oft Hunderte oder sogar mehr als tausend Kilometer von der Küste entfernt auf hoher See. Die dort in Tiefdruckgebieten vom Wind auf die Meersoberfläche übertragene Energie breitet sich als Dünung über große Strecken aus. Diese Wellen haben charakteristische lange Perioden von mehreren Sekunden. Weil ihre Ausbreitungsrate wesentlich schneller ist als die Geschwindigkeit, mit der sich Tiefdruckgebiete in der Atmosphäre bewegen, waren die Stärke und die Frequenz dieser langperiodischen Dünung für Seefahrer früher ein Zeichen von herannahenden Stürmen, Orkanen oder Hurrikanen.

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