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Karlsruher Stormchaser : Die Jagd auf Supergewitter über Deutschland

Gewitter sind faszinierend, aber auch unheimlich, wenn dichte Wolken den Himmel verdunkeln, wie hier am 29. Juni 2021 über der Frankfurter Innenstadt. Bild: dpa

Der Sommer 2021 wartet mit heftigen Gewittern, Starkregen und Hagelschlag auf. Dabei entstehen gewaltige Wolkentürme, von denen sich manche in wahre Monster verwandeln, und denen Stormchaser jetzt im Dienst der Forschung hinterherjagen.

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          Die Wolke, die am Montag plötzlich am Horizont vor Rottenburg am Neckar auftauchte, sah auf den ersten Blick nicht bedrohlich aus. Sie war weder besonders mächtig noch besonders dunkel oder unheimlich. Eine Gewitterzelle, wie viele andere in diesem Unwettersommer 2021, keine schwarze Wand, kein rotierendes Monster. Doch etwas machte Michael Kunz stutzig: Im Innern der kleinen Gewitterzelle dröhnte und rumorte es, die Blitzfrequenz war ungewöhnlich hoch. Diese Wolke sollte es sein, das sagte ihm sein Gefühl. Den ganzen Tag hatten sie darauf gewartet, jetzt konnte die Jagd beginnen. Einen Augenblick später saß Kunz im Kleinbus, seine Kollegin startete den Motor. Jede Sekunde zählte, wollten sie die Wolke rechtzeitig erreichen.

          Andreas Frey
          Freier Autor in der Wissenschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Gewitterzellen sorgten in der vergangenen Woche bundesweit für Chaos, von Rottweil bis Reutlingen formten kräftige Hagelschauer Winterlandschaften, etliche Bahnstrecken waren unterbrochen, und nicht nur in Frankfurt am Main musste die Feuerwehr mehrfach ausrücken, weil Straßenunterführungen und Keller geflutet waren. Die Meteorologen vom Karlsruher Institut für Technologie sind im Neckartal deshalb in ungewöhnlicher Mission unterwegs: Sie wollen Gewittern besonders nahe kommen, um diese Wetterphänomene mit speziellen Sonden zu erforschen. Sie sind Stormchaser.

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