https://www.faz.net/-gwz-8l481

Wetterphänomen „Habub“ : Wenn es plötzlich Nacht wird über Phoenix

  • -Aktualisiert am

Der Pilot Ryan Vermillion konnte im August dieses Jahres ein Foto des Staubsturmes „Habub“ aufnehmen. Bild: Ryan Vermillion

In Arizona scheint in den Sommermonaten durchgängig die Sonne - so die allgemeine Annahme. Hin und wieder entstehen in den Wüsten New-Mexikos jedoch sogenannte „Habubs“. Ein Phänomen, das den Himmel in sekundenschnelle verdunkeln lässt.

          Es klingt zunächst paradox: August und September sind die heißesten Monate in den Wüsten des nordamerikanischen Südwestens. Aber das ist genau die Zeit, in der es in Arizona, Neu-Mexiko und im ariden Westen von Texas immer wieder regnet. Feuchtwarme Luft dringt dann vom Golf von Mexiko in die Wüstenstaaten vor.

          Es wird dann dort schwül, und immer wieder gibt es Gewitter mit ergiebigen Niederschlägen. Gelegentlich kommt es aber auch vor, dass eine der großen Gewitterwolken kollabiert. Anstatt aufzusteigen, fällt die in den Wolken abgekühlte Luft als Abwind mit großer Geschwindigkeit in Richtung Erdboden, wo sie große Mengen Staub und Sand aufwirbelt.

          Dabei entstehen Staubwalzen, die sich mit hoher Geschwindigkeit am Erdboden ausbreiten. Dieses Wetterphänomen ist unter seinem arabischen Namen „Habub“ bekannt. Wenn ein solcher extremer Sandsturm über ein Gebiet hinwegfegt, kann es in Sekundenschnelle stockdunkel werden.

          Flughafen von Phoenix musste für Stunden gesperrt werden

          Dem amerikanischen Berufspiloten Ryan Vermillion ist es kürzlich gelungen, ein besonders eindrucksvolles Foto eines Habub aufzunehmen. Er war gerade mit seinem Linienjet vom Flughafen in Phoenix im amerikanischen Bundesstaat Arizona gestartet, als eine Gewitterwolke in der Nähe des Flughafens kollabierte.

          Aus einer Höhe von 3300 Metern sah die Cockpitbesatzung, wie sich unter der Wolke eine riesige Sandwalze über Phoenix ausbreitete. Die Reste der Gewitterwolke erscheinen auf dem Bild in Weiß.

          Der von den fallenden Winden angetriebene Sandsturm wälzt sich unter ihr als bräunliche Staubwolke über die Stadt. Kurz nach dem Start von Vermillions Maschine wurde der Flughafen von Phoenix für Stunden geschlossen, weil der Habub den Tag zur Nacht gemacht hatte.

          Weitere Themen

          Schutz für seltene Riesen Video-Seite öffnen

          Waldelefanten in Nigeria : Schutz für seltene Riesen

          Der Waldelefant, eine Art aus der Gattung der Afrikanischen Elefanten, ist in Nigeria vom Aussterben bedroht. Ranger versuchen, die Tiere zu schützen. Allerdings müssen auch die Bauern bei der Landwirtschaft unterstützt werden - ein Balanceakt.

          Topmeldungen

          Die aufgewendete Energie ist enorm, der Ertrag mager: Geförderte Humboldt-Universität in Berlin.

          Exzellenz-Förderung : Noch so ein Sieg

          Ein Wettbewerb, in dem es nur Sieger gibt, ist eigentlich keiner: Welche Universitäten über die Exzellenzinitiative gefördert werden und welche nicht, sagt so gut wie nichts aus.

          Persischer Golf : Vermisst irgendjemand eine Drohne?

          Ein weiterer Zwischenfall im Golf schafft Verwirrung. Iran dementiert amerikanische Angaben über einen Drohnenabschuss. Zugleich macht Teheran ein neues Gesprächsangebot.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.