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Naturschutz : Hinterm Baggersee geht’s weiter

Noch ist der Baggersee in Neuenburg von Wald eingerahmt. Doch die Bäume sollen weichen. Bild: euroluftbild.de/Erich Meyer

Wer in Deutschland Natur in Bauland umwandelt, muss zum Ausgleich Flächen bepflanzen. Doch was eigentlich dem Naturschutz dienen soll, fördert oft die Bauindustrie. Geltendes Recht wird gebeugt – oder gleich ganz ignoriert.

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          Läuft alles nach Plan, kreischen im Wald bald die Motorsägen. Ahorn und Eiche sollen weichen, ein Kiesunternehmer braucht mehr Schotter, der Baggersee mehr Platz. Es ist Mitte August, im südbadischen Niederrimsingen steht die Luft. Der Rhein fließt nur ein paar Kilometer entfernt, Nicolas Schoof ist auf einem staubigen Waldweg zum Baggersee unterwegs. Nach kurzem Marsch erreicht der Umweltwissenschaftler von der Universität Freiburg die Abbruchkante, klettert hoch. Weiter unten schimmert das Wasser herrlich türkis, alles scheint friedlich, still ruht der See.

          Andreas Frey
          Freier Autor in der Wissenschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Vom gegenüberliegenden Ufer dröhnt der Sound der Bauindustrie herüber, das Kieswerk hat Hochbetrieb. Die Abbruchkante, auf der Schoof nun sitzt, soll weichen, der Kiesunternehmer möchte den Baggersee bis zum angrenzenden Naturschutzgebiet erweitern. Weil damit ein wertvolles Stück Wald vernichtet wird, muss der Kiesunternehmer an anderer Stelle einen natürlichen Ausgleich schaffen, eine sogenannte ökologische Ausgleichsfläche, und darum tobt ein Streit.

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