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Wettkampf der Flüsse : Der Amazonas ist länger als der Nil

  • -Aktualisiert am

Ursprung der Quellen auf dem Mount Mismi Bild: Jesse Allen/Nasa

Schulbücher müssen vermutlich umgeschrieben, die meisten Wissensspiele geändert und Geographie-Lehrer darauf hingewiesen werden: Der Nil ist nicht mehr der längste Fluss der Welt, sondern der Amazonas. Forscher haben eine neue Quelle entdeckt.

          Als wasserreichster Fluss der Erde galt er schon lange - der Amazonas. Nun wurde er auch zum längsten Fluss erklärt. Treffen die Angaben einer offiziellen peruanisch-brasilianischen Expedition zu, zieht er sich rund 6800 Kilometer quer durch Südamerika, während sich der Nil, der bislang mit diesem Superlativ belegt war, „nur“ 6695 Kilometer durch Afrika schlängelt.

          Bisher hatten die Forscher angenommen, dass sich die Quelle des Amazonas - im Verbundnetz seiner Nebenflüsse jener Abschnitt, von wo aus das Wasser bis zur Mündung am weitesten fließt - im Norden Perus befindet. Damit wäre der Nil geringfügig länger gewesen.

          Quellen auf dem Mount Mismi

          Jetzt haben Forscher vom Nationalen Geographischen Institut in Peru und vom Institut für Geographie und Statistik in Brasilien zwei Expeditionswochen von der Zivilisation entfernt ein ganz anderes Quellgebiet in Südperu, rund 160 Kilometer westlich des Titicacasees, aufgespürt. Genaugenommen sind es zwei mögliche, ungefähr gleich weit von der Mündung entfernte Quellen, beide auf dem mehr als 5000 Meter hohen und schneebedeckten Mount Mismi.

          Welche von ihnen die tatsächliche Amazonas-Quelle ist, muss sich noch herausstellen. Die hier abgebildete Karte, auf der das Amazonas-Einzugsgebiet mit allen Nebenflüssen des mächtigen Stroms aufgehellt ist, zeigt die Lage des Mount Mismi. Sie beruht auf den Daten, die die deutsch-amerikanische „Shuttle Radar Topography Mission“ im Jahr 2000 geliefert hat. Die Flussläufe wurden dem Hydrosheds-Projekt des World Wildlife Fund entnommen.

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