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Wasser : Management für eine knappe Ressource

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John Anthony Allan, der heute den Preis des Stockholmer Wasserinstituts entgegennimmt. Bild:

Der alljährlich verliehene und mit ungefähr 100.000 Euro dotierte Preis des Stockholmer Wasserinstituts wird heute an John Anthony Allan vergeben, der für seine Forschungen zum nachhaltigen Management der Ressource Wasser geehrt wird.

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          John Anthony Allan vom Londoner King's College ist der diesjährige Empfänger des Wasserpreises, der heute in Stockholm vom Internationalen Wasserinstitut im Rahmen der sogenannten Weltwasserwoche verliehen wird. Der einundsiebzigjährige Allan wird dafür geehrt, mit seinen Forschungen die Notwendigkeit eines nachhaltigen Managements der weltweiten Wasservorräte vor Augen geführt zu haben.

          Allan entwickelte Berechnungsansätze, mit denen sich der Verbrauch der Ressource Wasser für die Erzeugung von Verbrauchsgütern und insbesondere Nahrungsmitteln abschätzen lässt. Auf diese Weise ermittelte er etwa, dass für die Produktion einer Tasse Kaffee - vom Setzen der Kaffeepflanzen bis zum Verkauf an den Endverbraucher - 140 Liter Wasser aufgewendet würden. 2 400 Liter Wasser kostet demnach durchschnittlich die Herstellung eines Hamburgers und 16 000 Liter die eines Kilogramms Rindfleisch. Ein Kilogramm Kartoffeln oder Mais schlägt nach diesen Berechnungen dagegen nur mit 900 Liter zu Buche. Die berechneten „virtuellen“ Wassermengen zur Erzeugung von Gütern lassen sich dann auf Basis der Export- und Importbeziehungen zwischen Produktions- und Verbraucherländern in Aussagen über die weltweit gehandelten Mengen der Ressource Wasser bringen.

          Wasserverbrauch als Lebensmittelkennzeichnung

          Trotz hoher Verbrauchszahlen von Wasser in den Industrieländern und weltweit wachsender Nachfrage nach Lebensmitteln äußerte sich Allan in Stockholm nicht pessimistisch. Global agierende Konzerne wie Coca-Cola oder Nestlé würden genauso wie andere Handelsketten mittlerweile ihren virtuellen Wasserverbrauch analysieren. Er erwarte, dass in absehbarer Zeit auf den Waren der Supermärkte auch der tatsächliche Wasserverbrauch für deren Herstellung angegeben werde.

          Der Stockholmer Wasserpreis ist mit 150 000 Dollar, ungefähr 100 000 Euro, dotiert. Die Weltwasserwoche wird alljährlich vom Internationalen Wasserinstitut in Stockholm veranstaltet. 2500 Wissenschaftler, Politiker und andere Delegierte aus 140 Ländern werden in den nächsten Tagen über die Nutzung der weltweiten Wasservorräte beraten. Dabei steht die Verknappung der lebenswichtigen Ressource im Mittelpunkt.

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