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Im tiefen Südatlantik : Der einsame Eisdrache speit Feuer

  • -Aktualisiert am

Der Vulkanausbruch auf Bristol Island im Südatlantik, vom Weltraum aus betrachtet. Bild: Nasa

Bristol Island, irgendwo zwischen Südamerika und der Antarktis, ist immer noch weitgehend unerforscht. Es gehörte Glück dazu, dass man vor Kurzem auf einen Vulkanausbruch auf der Insel aufmerksam wurde.

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          Es gibt in der Tat noch weiße Flecken auf der Landkarte. Nicht dass hier von wahrem Neuland die Rede wäre, denn Captain James Cook hat Bristol Island schon im Jahre 1775 bei seiner zweiten Weltumsegelung im Archipel der Südsandwich-Inseln entdeckt.

          Aber die Lage der Insel irgendwo im tiefen Südatlantik, in der Niemandssee zwischen Südamerika und der Antarktis, und das durchweg schlechteste Wetter, das man sich vorstellen kann, sorgten dafür, dass diese nahezu rechteckige, etwa 170 Quadratkilometer große Insel bisher weitgehend unerforscht blieb. Deshalb weiß man auch über die aktiven Vulkane auf der Insel so gut wie nichts.

          Der Smithsonian Institution in Washington, dem weltweit anerkannten offiziellen Archivar vulkanischer Aktivität, sind lediglich fünf Ausbrüche bekannt, der jüngste im Januar 1956. Deshalb war es besonderes Glück, dass Ingenieure der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa jetzt in Aufnahmen des amerikanischen Satelliten „Landsat 8“ eine Eruption auf der sonst fast immer unter Wolken verborgenen, unbewohnten Insel entdeckt haben.

          Bei zwei Überflügen Ende April und Anfang Mai dieses Jahres war Mount Sourabaya, der knapp 1100 Meter hohe Stratovulkan auf der Insel, äußerst aktiv. Unser Bild zeigt die Rauchfahne aus vulkanischer Asche und Gasen, die mehr als hundert Kilometer weit in Richtung Nordosten über die graue Stratusbewölkung geweht wird.

          Im Vulkankrater ist glühendes Magma deutlich als roter Punkt zu erkennen. Die völlig vergletscherte Insel erscheint türkis, weil es sich bei dem Bild um eine Falschfarbenaufnahme handelt. Dazu wurde in der Kamera auf dem Satelliten das sichtbare Licht mit Informationen aus dem infraroten Teil des Spektrums kombiniert.

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