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UN-Klimakonferenz : Eine Dekade der Temperaturrekorde

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Trockene Bäume im Nationalpark Harz Bild: dpa

Seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen war kein Jahrzehnt so heiß wie das zurückliegende. Die Weltmeteorologiebehörde macht in Madrid Druck auf die Klimapolitik.

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          Das Jahrzehnt zwischen den Jahren 2010 und 2019 ist mit größter Wahrscheinlichkeit das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1850. Eine Dekade der meteorologischen Extreme. Das berichtete die Weltmeteorologiebehörde (WMO) am Dienstag kurz nach Beginn des Klimagipfels Cop25 der Vereinten Nationen in Madrid.

          Die Durchschnittstemperatur lag 2019 etwa 1,1 Grad über dem Niveau der vorindustriellen Zeit (1850 bis 1900). Die Einschränkung „mit größter Wahrscheinlichkeit“ sei nötig, weil das Jahr und damit das Jahrzehnt noch nicht zu Ende ist. Seit den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts sei jedes Jahrzehnt wärmer gewesen als das jeweilige davor, hieß es von der WMO.

          Wie die Organisation bereits am 25. November berichtete, nahm die Konzentration klimaschädlicher Treibhausgase in der Atmosphäre weiter zu. Die CO₂-Konzentration stieg binnen eines Jahres von 405,5 ppm (Teilchen pro Million Luftmoleküle) auf einen Rekordwert von 407,8 ppm. Die Durchschnittstemperatur der Ozeane sei ebenfalls auf einen Rekordwert gestiegen, und die Ozeane seien 26 Prozent saurer als zu Beginn der Industrialisierung.

          „Wenn wir nicht dringend etwas unternehmen, steuern wir auf einen Temperaturanstieg von mehr als drei Grad bis Ende des Jahrhunderts zu, mit immer  ernsteren Folgen für die Menschen“, sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas in Madrid.

          Fachleute des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung errechnen gegenwärtig dramatischere Werte im Vergleich mit dem Vorjahr.
          Fachleute des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung errechnen gegenwärtig dramatischere Werte im Vergleich mit dem Vorjahr. : Bild: F.A.Z.

          In der spanischen Hauptstadt findet derzeit die 25. UN-Vertragsstaatenkonferenz mit Delegationen aus 196 Staaten sowie der EU statt. Dort sollen ehrgeizigere Klimaschutzpläne vorbereitet und das Regelbuch für das Pariser Klimaabkommen abschließend festgelegt werden. Bis Ende kommender Woche werden in Madrid Delegierte, Minister und Staatschefs aus vielen Ländern erwartet.

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