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Sir Robert Watson im Gespräch : „Klima und Natur in die Verfassung – das wäre ein Riesenschritt“

Trockenheit ist das kritische Markenzeichen des Sommers 2018. Bild: dpa

Er hat den menschengemachten Klimawandel verkündet und wurde dafür als Weltklimaratschef geschasst. Der wichtigste Ökoberater der Welt gibt nicht auf. Seine Mission: Erdrettung. Im F.A.Z.-Interview erklärt er seinen Plan

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          Sie betonen oft, wie eng verbunden die Klimakrise mit der Krise der Lebensvielfalt auf dem Planeten ist. Trotzdem werden die beiden Entwicklungen politisch immer noch behandelt, als würden sie nebeneinander ablaufen. Es gibt den großen Weltklimarat und den Weltbiodiversitätsrat, der hier im Senckenberg-Museum tagt, und daneben noch viele andere UN-Apparate, die sich mit der Verwüstung des Planeten beschäftigen. Ist es nicht längst Zeit, da aufzuräumen?

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Sie legen den Finger in eine offene Wunde, leider. Es fängt bei den Regierungen an. Die Ministerien schotten sich gegenseitig ab, die Zuständigkeiten sind oft zu strikt verteilt. Offensichtlich haben wir zwei große völkerrechtliche Konventionen, die Klima- und die Biodiversitätskonvention, die sicher inhaltlich miteinander verbunden sind. Leider ist die Situation in den Vereinten Nationen nicht viel anders. Die Fragmentierung der politischen Strukturen aufzulösen ist eine gewaltige Herausforderung. Leider sind die Strukturen oft furchtbar alt. Ein Beispiel ist das amerikanische Innenministerium. Um das Jahr 1900 hat es das Mandat bekommen, die natürlichen Ressourcen zu schützen, und gleichzeitig ist es für die Ausbeutung der natürlichen Ursachen zuständig geworden. Und je nachdem, wer gerade Innenminister ist, konzentriert man sich im Ministerium entweder auf die Schutzaufgabe oder die Ausbeutung.

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