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Umweltschutz : Das Ozonloch ist bald Geschichte

Blick auf die Erdatmosphäre vom Weltraum aus. Bild: Nasa

Die obere Atmosphäre unserer Erde erholt sich rasch. Das hilft beim Schutz vor gefährlichen UV-Strahlen. Trotzdem könnte uns dieser Erfolg noch teuer zu stehen kommen.

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          Das Ozonloch über der nördlichen Halbkugel könnte sich schon in weniger als zwanzig Jahren komplett erholen, das deutlich größere Ozonloch über der Südhalbkugel erst um die Jahrhundertmitte. Die Ozonschicht in der höheren Atmosphäre schirmt die Lebewesen am Boden vor der zerstörerischen Wirkung der ultravioletten Strahlung der Sonne ab. Über den – weitgehend unbewohnten – Polen selbst dürfte die Ausdünnung der Ozonschicht noch bis in die sechziger Jahre dieses Jahrhunderts fortdauern. Rückblickend hat sich die Ozonkonzentration der Stratosphäre nach Jahrzehnten fortschreitender Ozonzersetzung durch Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) und Halogenkohlenwasserstoffe seit dem Jahr 2000 um 1 bis 3 Prozent pro Dekade verringert. Das berichten Experten der Weltmeteorologiebehörde und des Umweltprogramms Unep in einem soeben veröffentlichten  Bericht zu den Fortschritten des Montrealer Protokolls.

          Montreal Protokoll – ein Meilenstein

          Joachim Müller-Jung
          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Der Vertrag, das erste multilaterale völkerrechtsverbindliche Umweltabkommen überhaupt, wurde 1987 vereinbart und trat 1989 in Kraft. Die Industriestaaten wurden darin verpflichtet, die Produktion der ozonabbauenden und extrem langlebigen FCKW-Gase, die als Treib- und Kältemittel verwendet wurden, zu beenden und für Alternativen zu sorgen.  Das Chemieabkommen gilt heute als der mit Abstand erfolgreichste globale Umweltvertrag.  Jetzt, mehr als dreißig Jahre nach der Vereinbarung, ist dessen Wirkung schon deutlich messbar.

          Auf einem Treffen der Umweltbehörden der Vereinten Nationen wurde allerdings auch deutlich, dass viele der alternativen Treib-, Kälte- und Isoliermittel, die seitdem in steigenden Mengen hergestellt werden, andere Probleme aufwerfen.  Das betrifft insbesondere verschiedene Fluorkohlenwasserstoffe (FKW), die zwar nicht ozonschädlich sind, aber als Treibhausgase wirken und damit die Erderwärmung verstärken. Zu Beginn des kommenden Jahres tritt ein Folgeabkommen, der Kigali-Zusatz zum Montreal-Protokoll in Kraft, das dazu führen soll, diese klimawirksamen FCKW-Ersatzsubstanzen stärker zu kontrollieren und letztlich aus dem Verkehr zu ziehen. Um 80 Prozent soll die Freisetzung der FKW verringert werden. Gelänge das, könnte die Erderwärmung in diesem Jahrhundert allein durch diese industriepolitische Maßnahme um ein halbes Grad weltweit geringer ausfallen.

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