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Seebeben : Kaum ein Tsunami rollt ohne Vorboten heran

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Bild: dpa

Das Erdbeben westlich von Sumatra, das am Sonntag die verheerenden Tsunamis ausgelöst hat, war aufgrund der Bewegung der Erdkrustenplatten vor Indonesien unvermeidbar und konnte nach dem gegenwärtigen Stand seismologischer Forschung auch nicht vorhergesagt werden.

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          Das Erdbeben westlich von Sumatra, das am Sonntag die verheerenden Tsunamis ausgelöst hat, war aufgrund der Bewegung der Erdkrustenplatten vor Indonesien unvermeidbar und konnte nach dem gegenwärtigen Stand seismologischer Forschung auch nicht vorhergesagt werden. Allerdings hätten sich Tausende Menschen an den Küsten des Indischen Ozeans retten können, wenn sie rechtzeitig vor den nahenden Fluten gewarnt worden wären. Nach der Katastrophe vom zweiten Weihnachtstag besteht kein Zweifel mehr, daß auch die Anrainerstaaten des Indischen Ozeans ein ähnliches Tsunami-Warnsystem brauchen, wie es das seit 1965 für den gesamten Pazifischen Ozean gibt. Bei dieser Gelegenheit sollte ferner nachdenklich stimmen, daß es für den Atlantik und für das Mittelmeer ebenfalls keine Warnsysteme für die heimtückischen Flutwellen gibt.

          Tsunamis entstehen, wenn es in Küstennähe zu einer ruckartigen Bewegung des Bodens kommt. Das kann entweder bei einem Erdbeben oder bei einem Vulkanausbruch geschehen. Aber auch ein schwerer submariner Hangrutsch oder der Abbruch von Bergflanken und Steilküsten kann mit einem Schlag große Mengen Meerwasser verdrängen. Dadurch breitet sich vom Zentrum her eine Welle auf dem Meer aus. Sie ähnelt den kreisförmigen Wellen, die sich auf einer sonst glatten Wasseroberfläche bilden, wenn man einen Stein ins Wasser wirft. Allerdings ist die Energie, die in einem Tsunami steckt, so groß, daß die Welle nicht nur auf der Wasseroberfläche, sondern auch noch in großer Wassertiefe registriert wird.

          Schnell wie ein Düsenflugzeug

          Die Geschwindigkeit eines Tsunami ist von der Wassertiefe abhängig und kann in der Tiefsee bis zu tausend Kilometer pro Stunde erreichen. Sie entspricht also etwa der Reisegeschwindigkeit eines Düsenverkehrsflugzeugs. Obwohl das auf den ersten Blick sehr schnell erscheint, dauert es im allgemeinen Stunden, bis ein Tsunami die ferne Küste eines Ozeans erreicht. Seismische Wellen breiten sich wesentlich schneller aus. Raumwellen durchdringen die Erde mit Geschwindigkeiten von mehr als 20000 Kilometern pro Stunde. Oberflächenwellen sind etwas langsamer, aber immerhin noch zehnmal so schnell wie Tsunamis.

          Ebenjener Unterschied in der Geschwindigkeit von seismischen Wellen und Flutwellen wird bei der Warnung vor einem Tsunami genutzt. Die Mitarbeiter des Tsunami-Warnzentrums für den Pazifik in der Nähe von Honolulu werden tätig, sobald es irgendwo im Feuerring um den Pazifik ein Erdbeben der Magnitude 6,5 oder größer gibt. Zunächst rechnen sie die genaue Lage des Epizentrums und den Verschiebungsmechanismus dieses Bebens aus. Liegt das Zentrum in Küstennähe unter dem Meer und deutet die Verschiebung auf eine rasche Vertikalbewegung des Meeresbodens hin, ergeht an die Katastrophenschutzstäbe der 26 Mitgliedstaaten des Warnsystems ein Hinweis, daß ein Tsunami möglich ist.

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