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Schadstoffe in den Bergen : „Die Alpen sind unser Frühwarnsystem“

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Nicht so klar wie sie aussieht: Schadstoffe auch in der Höhenluft nachgewiesen. Bild: dpa

In den Bergen ist die Luft rein, sagt man. Nicht nur: Schadstoffe aus Industrie und Abfallproduktion gibt es selbst in der Höhenluft. Verbote senken den Schadstoffgehalt – es gibt jedoch Ausnahmen.

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          Schwer abbaubare Schadstoffe sind auch fernab von Industrie und Großstädten in entlegenen alpinen Gebieten nachweisbar. Verbote zeigen teils Wirkung, wie Luftmessungen deutscher und österreichischer Forscher der vergangenen 15 Jahre an der Zugspitze und in den Hohen Tauern belegen.

          Das Projekt PureAlps soll vor Umweltchemikalien schützen und kritische Chemikalien in den Alpen identifizieren. Es liefert Grundwerte für Grenzwerte und Produktionsbedingungen. Seit 2005 wurden an der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus an der Zugspitze (2650 Meter) und am Sonnblick Observatorium (3106 Meter) in Österreich rund hundert Schadstoffe untersucht worden. Sie entweichen aus Alltagsprodukten, bei industriellen Prozessen, Verbrennung oder Schädlingsbekämpfung und werden mit Luftströmungen weltweit verbreitet. 35 Prozent der untersuchten Schadstoffe in der Luft gingen signifikant zurück, bei vier Prozent wurden aber steigende Konzentrationen gemeldet.

          Neue Chemikalien entdeckt

          „Die Alpen sind unser Frühwarnsystem für globale Schadstoffe“, sagte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler). In der Kälte – in der Arktis, der Antarktis, aber auch den Alpen – schlagen sich die Stoffe durch Kondensation besonders nieder.

          Konkret handelt es sich um Pestizide wie etwa Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT), die zurückgingen, erläuterten die Wissenschaftler am Mittwoch in München. Die Daten zeigen aber auch, wie schwer die Ausbreitung langlebiger Stoffe oft in den Griff zu bekommen ist: Polychlorierte Biphenyle (PCB) nehmen nicht ab, obwohl sie seit den 1970er Jahren nicht mehr produziert werden.

          Vor allem PCB, als Weichmacher und Flammschutzmittel beispielsweise in Fugendichtungsmassen älterer Gebäude enthalten, machen den Forschern weiter Sorgen. Obwohl seit langem verboten, schwankten die Messergebnisse – und zeigten für manche Verbindungen sogar Zunahmen. Das Insektenvernichtungsmittel Endosulfan sank hingegen nach dem Verbot in der EU und in der Stockholm-Konvention binnen 15 Jahren um 96 Prozent. Dass aber auch neue Stoffe nachgewiesen wurden, zeige, dass die vorsorgende Regelung für umweltrelevante Chemikalien noch nicht vollständig ausgereift sei, hieß es. Bei Flammschutzmitteln etwa gebe es Abnahmen nach Verboten, aber Zunahmen bei neuen Stoffen.

          Das Projekt ist eine deutsch-österreichische Kooperation und wird auf deutscher Seite vom Bayrischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz finanziert.

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