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Ozonloch : Eisblumen fördern den Ozonfraß

  • -Aktualisiert am

Nur scheinbar harmlos: Eisblumen Bild: Stefan Kern

Wenige Meter über den Polarmeeren der Nord- und Südhalbkugel, an den Rändern von Eisschilden und dort, wo Eisberge auseinanderbrechen, haben Wissenschaftler ein besonderes chemisches Schauspiel beobachtet: Die Zersetzung von Ozon.

          Wenige Meter über den Polarmeeren der Nord- und Südhalbkugel, an den Rändern von Eisschilden und dort, wo Eisberge auseinanderbrechen, haben Wissenschaftler ein chemisches Schauspiel beobachtet, das man seit langem aus den oberen Schichten der Atmosphäre kennt: Ozon, das aus dreiatomigen Sauerstoffmolekülen bestehende Spurengas, wird zersetzt. Seit Ende der achtziger Jahre haben Forscher dieses troposphärische, also bodennahe "Ozonloch" immer wieder registriert.

          Auch der Verursacher war bald ausgemacht: Das im Meer reichlich vorhandene Brom wurde als Ursache des Phänomens überführt. Nur wie dieses die katalytische Zerstörung des Ozons vorantreibt, blieb rätselhaft. Anders nämlich als auf der unruhigen offenen See, wo die brechenden Wellen reichlich bromhaltige Aerosole in die Luft schleudern, sind die eisbedeckten Meerflächen in dieser Hinsicht wenig ergiebig.

          Eine Gruppe von Forschern der Universitäten Bremen, Heidelberg und des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven hat nun möglicherweise die Lösung gefunden. Die seit einiger Zeit im Verdacht stehenden, nur wenige Zentimeter großen "Eisblumen", die sich in den Salzlaken zwischen aufgebrochenem Meereis und an Eisrändern bilden, beschleunigen offenbar die Freisetzung des Broms von der Wasser- in die Luftphase. Wie die Gruppe um Lars Kaleschke in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "Geophysical Research Letters" berichtet, ist auf Satellitenbildern, die das Vorkommen der Eisblumen und die Konzentrationen an Brom in der Luft zeigen, ein klarer Zusammenhang zu erkennen.

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