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Akademie für mehr Klimaschutz : Mit der Hitze ins Gefecht

Die Sonne strahlt neben dem Monumentalkunstwerk „Molecule Man“ des Bildhauers Jonathan Borofsky. Bild: dpa

Mahnschreiben an die Politik: Die ehrwürdige Nationalakademie Leopoldina in Halle schlägt sich auf die Seite der Protestjugend. Sie fordert mehr Klimaschutz und mehr Konsequenzen – vor allem wenn es ums Geld geht.

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          Auch wenn diese Karte immer wieder gespielt wird – eine konsequent betriebene Klimapolitik ist keine Frage des Alters. Nichts spricht dafür, dass sich Jung und Alt beim Ringen um die Zukunft des Planeten auseinander dividieren lassen, und auch wenn der politische Druck, den die Jugendlichen seit einiger Zeit ausüben, mitunter als Überreaktion der Übermütigen gedeutet und vor dem Generationenkonflikt gewarnt wird: Junge und alte aufgeklärte Köpfe ziehen an einem Strang. Der Beweis? Das Papier, das am heutigen Dienstag von der altehrwürdigen Nationalakademie Leopoldina in Halle in einer Adhoc-Stellungnahme zu den „Klimazielen 2030“ vorgelegt wurde. Die Leopoldina ist die weltweit älteste Gelehrtenversammlung der Neuzeit und aktuell mit 1599 Wissenschaftlern – Natur- wie Geistes- und Kulturwissenschaftler – die bedeutendste unabhängige Versammlung von Fachkompetenz in diesem Land. Ihr ältestes Mitglied ist hundert Jahre alt, ihr jüngstes 31 Jahre, Durchschnittsalter 69 Jahre.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Diese generationenübergreifende Akademie also hat sich jetzt, kurz nach dem Rat der Wirtschaftssachverständigen der Bundesregierung, in die aktuelle Klimapolitik eingemischt. Nicht mit allen Mitgliedern, das ist klar, sondern mit einer (im Altersschnitt jüngeren) Akademie-Arbeitsgruppe. Sie aber lässt keine Zweifel aufkommen: Von den Wissenschaftlern kann die Protestbewegung „Fridays for Future“ mit voller Unterstützung rechnen. „Dass inzwischen eine ganze Generation mehr und mehr von Ungeduld und Unverständnis über das Versagen von Politik und Gesellschaft erfasst wird“ wertet man als ein Alarmzeichen – und fordert „mit Nachdruck, die Klimakrise ernsthaft anzugehen und das längst Überfällige zu tun“.

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