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Methan aus Lecks und Bohrungen : Wo Klimasabotage der Alltag ist

  • -Aktualisiert am

Gas ist wertvoller denn je, trotzdem ist das Abfackeln für Experten nicht immer die schlechteste Lösung. Bild: AP

Ungewollte Austritte aus Pipelines und Gas- oder Ölanlagen sind eine globale Belastung. Einige Hotspots für das klimaschädliche Methan sind schon identifiziert, doch schnell lösen lässt sich das Problem offenbar trotzdem nicht.

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          Vier beschädigte Pipelines beschäftigen derzeit die Welt – aber ungezählte Gaslecks rund um den Globus bleiben unbeachtet. Dabei sind ihre Folgen für das Weltklima erheblich. So entwichen rund um den Globus im vergangenen Jahr schätzungsweise 260 Milliarden Kubikmeter Gas aus Pipelines sowie aus Öl-, Erdgas- und Frackingfeldern – das ist fünfhundertmal so viel wie aus den aktuellen Nord-Stream-Lecks. Mit diesen Gasmengen könnte man Russlands gesamte Gasexporte kompensieren und Europa acht Monate lang versorgen. Das berechnete die Internationale Energieagentur IEA. Um es allerdings einfangen oder die Leckagen schließen zu können, muss man wissen, wo das Gas ausströmt. Das war lange Zeit nicht möglich, denn die Lecks sind, anders als die der Nord-Stream-Pipelines, meistens unsichtbar.

          Immerhin: Das Problem ist erkannt. Auf dem UN-Klimagipfel von Glasgow wurde im vergangenen Jahr ein Methanabkommen verabschiedet, in dem sich mittlerweile 120 Länder dazu verpflichten, bis 2030 mindestens 30 Prozent weniger Methan auszustoßen. Das ist dringend nötig, denn dieses Treibhausgas heizt in den ersten zwanzig Jahren nach seiner Freisetzung die Atmosphäre im Schnitt mehr als achtzigmal so stark auf wie das mengenmäßig dominierende Spurengas Kohlenstoffdioxid. Nur wenn Methanemissionen schnell und massiv verringert werden, das betont die Internationale Energieagentur inzwischen immer wieder, könne das Pariser Klimaabkommen zur Eindämmung der Erderwärmung eingehalten werden.

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