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Menschengemachte Beben : Der Öl- und Gasboom erschüttert Amerika

  • -Aktualisiert am

Folgen eines Bebens in Oklahoma 2011, ausgelöst von Abwasser Bild: Sue Ogrocki, AP

Der der Öl- und Gasboom erschüttert die Amerikaner. In mehreren Bundesstaaten treibt das Rückpumpen der Abwässer die Zahl der Erdbeben massiv in die Höhe. Die Folgen sind gravierend.

          Was Naturkatastrophen betrifft, ist der amerikanische Bundesstaat Oklahoma eher für seine zerstörerischen Tornados als für Erdbeben bekannt. In den vergangenen sechs Jahren hat aber die Erdbebenhäufigkeit in dem weit von jeder tektonischen Plattengrenze entfernt liegenden Bundesstaat exponentiell zugenommen. Inzwischen werden in Oklahoma sogar mehr Erdbeben als in Kalifornien, der klassischen Erdbebenregion Nordamerikas, registriert.

          Wie es zu diesem im geologischen Zeitmaßstab gemessenen „urplötzlichen“ Anstieg der Erbebenhäufigkeit gekommen ist, gibt Geowissenschaftlern noch viele Rätsel auf. Inzwischen verdichten sich aber die Anzeichen immer mehr dafür, dass die erhebliche Zunahme von Erdbeben in Oklahoma etwas mit der dort rasant ansteigenden Förderung von Kohlenwasserstoffen zu tun hat.

          Beträchtliche Schäden in Oklahoma

          Das im amerikanischen Kernland nördlich von Texas gelegene Oklahoma galt bis vor einigen Jahren als weitgehend erdbebenfrei. Lediglich in den Jahren 1882 und 1952 ereigneten sich westlich der Hauptstadt Oklahoma City zwei deutlich spürbare Erdbeben mit Magnituden von fünf. Kleinere Erdbeben wurden aber so gut wie nicht gemessen. Mit dieser seismischen Ruhe war es aber im Jahre 2008 vorbei, als vor allem im Landkreis Jones östlich von Oklahoma City plötzlich immer mehr kleinere Erdstöße registriert wurden.

          Im November 2011 wurde die Ortschaft Prague innerhalb eines Tages von zwei deutlich spürbaren Beben erschüttert. Der erste Erdstoß hatte eine Magnitude von 4,7, der zweite verursachte mit einer Magnitude von 5,7 sogar noch im 60 Kilometer entfernten Oklahoma City Schäden an Gebäuden. Inzwischen hat der immer noch anhaltende Erdbebenschwarm von Jones alle Rekorde gebrochen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres ereigneten sich dort mehr als 190 Beben mit Magnituden von mehr als drei, während in Kalifornien im gleichen Zeitraum lediglich 71 Beben mit diesen Stärken erfasst wurden.

          Geologischer Dienst alarmiert

          Nicht nur in Oklahoma, sondern auch in anderen Bundesstaaten im zentralen, bisher als aseismisch eingestuften Teil der Vereinigten Staaten nimmt die Erdbebentätigkeit zu. Auch in Ohio, Arkansas und Texas verzeichneten Seismologen in den vergangenen Jahren eine Zunahme der Seismizität, wenngleich sie in keinem der anderen Staaten so dramatisch wie in Oklahoma war. Eine Reihe von Untersuchungen, die Art McGarr vom Geologischen Dienst der Vereinigten Staaten im Menlo Park kürzlich auf der Jahrestagung der Seismologischen Gesellschaft Amerikas in Anchorage (Alaska) zusammenfasste, deuten auf einen Zusammenhang zwischen ansteigender Seismizität und der Förderung von Erdöl und Erdgas hin. Allerdings haben diese Erdbeben nichts mit Fracking zu tun. Vielmehr treten sie vornehmlich in Gegenden auf, in denen jenes Abwasser, das bei der Förderung von Kohlenwasserstoffen anfällt, wieder in die Erdkruste gepumpt wird.

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