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Warnung aus der Wissenschaft : Deutschland wird mehr Hitzewellen und Starkregen erleben

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Die Sonne scheint durch die Statue der Viktoria auf der Berliner Siegessäule. Bild: Christophe Gateau/dpa

Extreme Wetterlagen werden häufiger, warnt ein Experte vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Was das bedeutet, kann man zum Beispiel in Kanada sehen.

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          Wissenschaftler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) sehen in den Extremwetterereignissen in Teilen Deutschlands einen Beleg für dauerhafte Klimaveränderungen. „Wetterlagen, die uns früher noch erträgliche Sommertemperaturen oder einen ersehnten Landregen beschert haben, wandeln sich. Und das spüren wir in der zunehmenden Intensität und Andauer von Hitzewellen und Starkregentagen“, sagte der PIK-Forscher Peter Hoffmann der Rheinischen Post.

          Während es früher im Schnitt eine Hitzewelle von vier Tagen pro Sommer in Deutschland gegeben habe, seien es heute im Schnitt bereits zwei jeweils viertägige Hitzewellen und in extremen Sommern wie in den Jahren 2018 und 2019 sogar drei und mehr, sagte Hoffmann. Dies sei eine „Entwicklung, die sich zwar in den kommenden Jahrzehnten sehr wahrscheinlich weiter fortsetzen wird, sich aber langfristig auch durch weitreichende Klimaschutzmaßnahmen begrenzen lässt“.

          Die Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer rief die politischen Entscheidungsträger zu „mutigen Maßnahmen“ im Kampf gegen den Klimawandel auf. „Menschen und Städte sind nicht gebaut für diese Klimakatastrophen, das Leiden ist unerträglich“, sagte Neubauer der Rheinischen Post. Drei Monate vor der Bundestagswahl „wäre der Moment zu zeigen, dass man vorhat, die Krise in den Griff zu bekommen“, sagte Neubauer weiter.

          Experten sind sich einig, dass sich bis 2030 weltweit viel mehr tun muss, wenn die Erderwärmung, wie 2015 von knapp 200 Staaten in Paris vereinbart, deutlich unter zwei Grad bleiben soll. Schon jetzt hat sich die Erde um rund 1,2 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erhitzt.

          Hitzewelle in Kanada

          In Kanada führte seit Beginn der Woche eine extreme Hitzewelle zu zahlreichen Todesfällen. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, wurden 134 plötzliche Todesfälle im Großraum von Vancouver verzeichnet. Kanadas Wetterdienst verzeichnete einen landesweiten Temperaturrekord von 49,5 Grad.

          Für die extreme Hitze in Kanada und den Nordwesten der USA verantwortlich ist das Phänomen der „Hitzekuppel“ – der Hochdruck in der Atmosphäre hält die heiße Luft in der Region fest. Laut den Wetterexperten der Washington Post ist die Intensität dieser Hitzekuppel „statistisch gesehen so selten, dass sie im Durchschnitt nur einmal alle paar tausend Jahre zu erwarten“ sei. Der vom Menschen verursachte Klimawandel habe allerdings „diese Art von außergewöhnlichen Ereignissen wahrscheinlicher gemacht“, erläuterten die Fachleute.

          In einem Berichtsentwurf des Weltklimarats IPCC, über den die Nachrichtenagentur AFP vergangene Woche berichtet hatte, wird gewarnt, dass eine Erderwärmung von zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter 420 Millionen Menschen zusätzlich dem Risiko von Hitzewellen aussetzen würde.

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