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Meeresgeologie : Chikyu - das neue Flaggschiff

  • -Aktualisiert am

Ein Koloß aus Stahl: die Chikyu Bild: AP

Das Forschungsschiff Chikyu hat seine erste Bewährungsprobe im japanischen Meer bestanden. Mit 210 Metern Länge und 57.000 Tonnen Gewicht ist es das neue Flagschiff der japanischen Meeresgeologie.

          Das neue Flaggschiff des Integrierten Ozeanbohrprogramms (IODP), das japanische Forschungsschiff Chikyu, hat seine Bewährungsprobe bestanden. Wie der Betreiber des Schiffes - die japanische Agentur für Meeresgeologie und -technik - mitgeteilt hat, wurde das Bohrgerät Ende November erstmals genutzt.

          Etwa 60 Kilometer östlich der Halbinsel Shimokita an der Nordspitze von Honshu konnten aus 1.200 Meter Wassertiefe mehrere zwischen 50 und 70 Meter lange Bohrkerne aus dem Meeresboden geholt werden. Bei diesem Test ist nicht nur die Funktionsfähigkeit der Bohranlage überprüft worden. Getestet wurde auch das dynamische System, welches das Schiff selbst bei schwerer See genau über dem Bohrloch auf Position hält.

          Gefürchtete „Ausbläser“ verhindern.

          Seine Bewährungsprobe hat darüber hinaus der sogenannte Riser bestanden. Dabei handelt es sich um einen großen Zylinder, der zwischen dem Schiffsrumpf und dem Meeresboden ausgefahren wird. Der Riser enthält nicht nur - vom Meerwasser geschützt - das Bohrgestänge, sondern auch die Bohrflüssigkeit, die notwendig ist, den Eigendruck des Gesteins, der Flüssigkeiten und der Gase im Bohrloch zu kompensieren. Das Gewicht der Bohrflüssigkeit hilft, die gefürchteten „Ausbläser“ zu verhindern. Weil eine derartige Sicherheitsvorrichtung auf den bisherigen Bohrschiffen fehlte, konnte nicht in jenen Meeresgebieten gebohrt werden, in denen mit größeren Vorkommen an Kohlenwasserstoffen im Sediment zu rechnen ist.

          Die Chikyu ist mit 210 Metern knapp 60 Meter länger als das bisher für wissenschaftliche Bohrungen im Meeresboden benutzte Forschungsschiff Joides Resolution. Der Bohrturm der Chikyu wird mehr als 100 Meter hoch über die Wasserlinie herausreichen. Mit einer Tonnage von 57.000 Tonnen wurde das Schiff eigens als wissenschaftliches Bohrschiff gebaut. Es bietet neben der rund 100 Personen umfassenden festen Mannschaft, die aus nautischer Besatzung und Bohrpersonal besteht, auch mehr als 50 mit jeder Fahrt wechselnden Wissenschaftlern und Technikern Platz. Nach einigen weiteren Tests soll die Chikyu von Mitte kommenden Jahres an für wissenschaftliche Bohrfahrten des IODP verwendet werden.

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