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Klimawandel : Die sonderlichen Sonnenanbeter

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Die Sonne hat Zeiten hoher und niedriger Aktivität. Doch mit dem Klimawandel hat sie nur schrecklich wenig zu tun. Bild: Soho/Nasa/Esa

Die Aktivität der Sonne soll für den derzeit zu beobachtenden Klimawandel verantwortlich sein? Gleich drei neue Studien widerlegen die These und entkräften so die Argumente der Klimaskeptiker.

          Die Hauptursache für die jüngste globale Erderwärmung wird immer noch nicht von allen Zeitgenossen im Anstieg der Treibhausgase gesehen. Die Kritiker des von unzähligen Forschergruppen belegten und vom Weltklimarat IPCC längst anerkannten Befundes eines "anthropogenen Treibhauseffektes" machen statt dessen häufig langfristige Schwankungen der Sonnenaktivität für die Temperaturzunahme verantwortlich. Drei neue Untersuchungen widerlegen diese These nun nachhaltig.

          Die Kleine Eiszeit und die Sonne

          Die ersten Vorschläge, die schwankende Sonnenaktivität für die Klimaentwicklung auf der Erde mitverantwortlich zu machen, kamen auf, als man die Ursache der "Kleinen Eiszeit" zu erklären versuchte. Diese Periode im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert betraf weite Teil der Nordhalbkugel und bescherte Europa zahlreiche Extremwinter, wie zahlreiche Bilder von zugefrorenen Kanälen in Holland und von Wintermärkten auf der vereisten Themse in London bezeugen.

          Der scheinbar klare Zusammenhang

          Nachdem der englische Astronom Edward Walter Maunder Ende des neunzehnten Jahrhunderts aus zahlreichen Aufzeichnungen jener Zeit ein lang anhaltendes Aussetzen der Sonnenaktivität ableiten konnte, schien der Zusammenhang zwischen der Kältephase und einer schwächelnden Sonne offensichtlich. Zumal auch im fünfzehnten Jahrhundert niedrige Temperaturen und eine (nachträglich aus anderen Daten rekonstruierte) geringe Sonnenaktivität gleichzeitig aufgetreten waren.

          Die Frostperiode kam früher

          Doch der von Maunder identifizierte vermeintliche Zusammenhang beruht möglicherweise lediglich auf zwei zufällig parallel ablaufenden Ereignissen. Danach ist die Kleine Eiszeit weniger durch eine lang anhaltende, geringere Sonnenaktivität ausgelöst worden als vielmehr durch irdische Prozesse, wie europäische und amerikanischer Forscher in der Fachzeitschrift "Geophysical Research Letters" (doi: 10.1029/2011GL050168) berichten. Gifford Miller von der University of Boulder (Colorado) und seine Kollegen haben unter anderem das Alter abgestorbener Pflanzen in Gebieten bestimmt, die damals plötzlich von Eis bedeckt wurden und die jetzt im Zuge der Erderwärmung wieder freigelegt werden. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass die Kleine Eiszeit schon deutlich früher eingesetzt hat als bislang angenommen, nämlich bereits im letzten Viertel des dreizehnten Jahrhunderts. Dieser Befund deckt sich mit Messungen von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung.

          Vulkane als  Übeltäter

          Der auch durch Altersbestimmungen an Sedimentbohrkernen eines Gletschersees auf Island bestätigte frühe Beginn der Kleinen Eiszeit fällt mit einer schon länger bekannten Phase starken Vulkanismus zusammen, die mit mindestens vier heftige Eruptionen einherging. Damals wurden große Mengen an schwefelhaltigem Material freigesetzt. Die damit verbundenen Eintrübungen der Erdatmosphäre führten zu einer vorübergehenden Abkühlung der Erde - ähnlich wie etwa nach dem Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora im Jahr 1815, der das darauffolgende Jahr zu einem "Jahr ohne Sommer" mit Eis und Schnee im Juli werden ließ.

          Die Kälte brachte das Packeis

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