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Studie zum Klimawandel : Die Ozeane verlieren Sauerstoff – und Fische ihren Lebensraum

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Der Sauerstoffmangel in den Meeren schadet vor allem gefährdeten Arten wie Haien. Bild: Michael Muller

Die nahezu sauerstofflosen „Todeszonen“ in den Meeren weiten sich im Zuge des Klimawandels aus: Forschern zufolge ist der Sauerstoffmangel bereits sichtbar – und schadet vor allem gefährdeten Arten wie Thunfischen und Haien.

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          Der Klimawandel führt laut Forschern zu einem dramatischen Verlust von Sauerstoff in den Meeren – und bedroht die Fischbestände weltweit. Von dem fatalen Rückgang des Sauerstoffgehalts betroffen sind rund 700 Meeresregionen weltweit, wie aus einer am Samstag veröffentlichten Studie der Weltnaturschutzunion (IUCN) hervorgeht. Im Jahr 1960 wiesen nur 45 Gebiete ein zu niedriges Sauerstoffniveau auf.

          Die Zahl der sogenannten anoxischen, also nahezu sauerstofflosen Gewässer, auch „Todeszonen“ genannt, vervierfachten sich seit 1960 weltweit sogar, wie es in der Studie heißt. Ursache ist den Autoren zufolge die durch Treibhausgasemissionen bedingte Erwärmung der Meere. Es handelt sich um die bislang umfassendste durch Fachleute geprüfte Forschungsarbeit zum Thema Sauerstoffverlust in den Meeren.

          Zwischen 1960 und 2010 ging der Sauerstoffgehalt in den untersuchten Meeresgebieten um rund zwei Prozent zurück. Sollten die jährlichen Treibhausgasemissionen auf ihrem jetzigen Niveau verharren, droht den Weltmeeren laut der Studie ein Sauerstoffverlust von drei bis vier Prozent bis 2100. Besonders betroffen sind davon demnach vor allem die oberen tausend Meter der Gewässer – ihr artenreichster Teil.

          Vor allem gefährdete Arten betroffen

          „Mit diesem Bericht rückt das Ausmaß des Schadens, der durch den Klimawandel für die Meere entsteht, in den Fokus“, erklärte IUCN-Direktorin Grethel Aguilar. „Indem erhitzte Meere Sauerstoff verlieren, wird das empfindliche Gleichgewicht des Meereslebens gestört“, fügte sie hinzu.

          Den Autoren zufolge wird der Sauerstoffmangel in den Meeren bereits jetzt sichtbar – und schadet vor allem gefährdeten Arten wie Thun- und Speerfischen sowie Haien, die wegen ihrer Größe und ihres Energiebedarfs besonders viel Sauerstoff benötigen. Doch negative Auswirkungen seien für Spezies entlang der gesamten Nahrungskette zu erwarten, warnen die Forscher: „Die Folgen werden sich letztlich ausbreiten und hunderte Millionen Menschen betreffen“, erklärte die IUCN.

          Thunfische sind durch den Sauerstoffverlust der Meere besonders betroffen.

          Erst vor wenigen Tagen hatte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) vor den dramatischen Auswirkungen von Treibhausgasemissionen auf die Umwelt gewarnt. Demnach sind die Meere im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter heute um 26 Prozent säurehaltiger. Die Meere absorbieren rund ein Viertel aller globalen Treibhausgasemissionen. Wegen des erhöhten Energieverbrauchs weltweit fürchten Wissenschaftler, dass die Weltmeere in absehbarer Zeit einen Sättigungspunkt erreichen könnten.

          Appell an die Regierungsvertreter

          „Der Abbau von Sauerstoff bedroht die marinen Ökosysteme zusätzlich, die bereits durch die Erwärmung der Meere und ihre Versäuerung unter Druck stehen“, sagte der an dem Bericht beteiligte Ozeanologe Dan Laffoley. Um den Sauerstoffverlust unter Kontrolle zu bringen, müssten die Treibhausgasemissionen sowie die chemische Verschmutzung durch die Landwirtschaft „entschieden“ zurückgefahren werden, forderte er.

          Die internationalen Regierungsvertreter, die sich derzeit bei der Weltklimakonferenz (COP25) in Madrid treffen, forderten die Forscher zu Maßnahmen zur Rettung der Weltmeere auf. Auf der COP25 werde entschieden, „ob unsere Meere weiterhin ihren hohen Artenreichtum erhalten können oder ob habitable, sauerstoffreiche Meeresgebiete zunehmend und unwiederbringlich verloren gehen“, sagte die bei der IUCN für das Meeres- und Polarforschungsprogramm zuständige Wissenschaftlerin Minna Epps.

          Bei der COP25 wird unter anderem über internationale Regeln zum Umgang mit Treibhausgasemissionen verhandelt. CO2-Emissionen gelten als wichtigste Ursache des menschengemachten Klimawandels. Im Pariser Klimaabkommen von 2015 hatten sich die Vertragsstaaten auf das Ziel geeinigt, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß von deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

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