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Zerstörte Ozonschicht : Es raucht bis ins obere Stockwerk

  • -Aktualisiert am

Mit der mächtigen Rauchwolke der verheerenden Flächenbrände im Osten Australiens gelangten Asche- und Rußpartikeln bis in die Stratosphäre. Bild: AP

Große Flächenbrände haben nicht nur dramatische Auswirkungen auf dem Erdboden, sondern auch in den oberen Stockwerken der Atmosphäre. Aufsteigende Aerosole zerstören dort die schützende Ozonschicht.

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          Cumulonimben sind sicherlich die beeindruckendsten und gefährlichsten Wolken in unserem Wettergeschehen. Diese massiven Gewitterwolken erstrecken sich von wenigen Hundert Meter Höhe über den Erdboden bis an den Rand der Stratosphäre, die in rund 15 Kilometer Höhe beginnt. Ihr Schirm, der sogenannte Amboss, kann Durchmesser von mehr als 150 Kilometern erreichen. Innerhalb dieser Wolken geht es extrem turbulent zu. Sie generieren Blitze, und aus ihnen können Starkregen, tennisballgroße Hagelkörner und Schnee als Niederschlag fallen. Cumulonimbus-Wolken entstehen aber nicht nur, wenn sich feuchte Luftmassen immer mehr aufwärmen und dabei rasant in große Höhen aufsteigen. Sie können sich auch über den immer häufiger werdenden großen Flächen- und Waldbränden bilden. Dabei transportieren diese als Pyrocumulonimben bezeichneten Wolken große Mengen an Rauchpartikeln und organischen Molekülen in die Stratosphäre. Messungen eines kanadischen Forschungssatelliten haben nun gezeigt, dass diese Stoffe dort ein chemisches Chaos anrichten und sogar die Ozonschicht angreifen.

          Pyrocumulonimbus-Wolken wurden schon bei Großbränden beobachtet, die von schweren Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg ausgelöst wurden. So gab es nach dem Hamburger Feuersturm vom 25. Juli 1943 Berichte über Rauchwolken, die bis an den Rand der Stratosphäre reichten. Die amerikanische Luftwaffe fotografierte sogar einen Pyrocumulonimbus über dem vernichtenden Brand, den die Atombombendetonation über Hiroshima im August 1945 erzeugt hatte. Gefürchtet werden diese Wolken vor allem, weil sie die Feuer vehement weiter anfachen. So ist beispielsweise der thermische Auftrieb der Luft über dem Feuer so stark, dass in der Atmosphäre über den Brandherden gleichsam Kamine entstehen, durch die heiße Luft mit großer Geschwindigkeit nach oben rast. An der Erdoberfläche erzeugt das wiederum einen derart starken Unterdruck, dass frische Luft aus der Umgebung mit Orkanstärke in Richtung Brandherd strömt und den Feuern weiteren Sauerstoff zuführt. Außerdem können die in den Pyrocumulonimben entstehenden Blitze für weitere Waldbrände sorgen, wenn sie in brennbares Gehölz einschlagen.

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