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Die heiße Phase

Von JOACHIM MÜLLER-JUNG
Foto: Alfred-Wegener-Institut/Stefan Hendrick

02.07.2019 · Das größte Polarforschungsprojekt aller Zeiten zur Erforschung des Klimas soll bald in Bremerhaven starten. Aber wird es genug Eis geben, damit Hunderte Wissenschaftler mit Sack und Pack ein Jahr lang am Nordpol leben und arbeiten können?

W enn das mal gutgeht. Es ist Ende Juni. Bis zur Farewell-Party in Bremerhaven sind es keine drei Monate mehr. Ein paar hundert Wissenschaftler werden zurzeit fernab vom Nordpol in Trainingscamps geschult: Wie sie sich aus Eisspalten befreien und wie sie sich monatelang ohne Tageslicht auf einer riesigen Eisscholle bewegen – und diese ominöse Scholle hat es in sich: Sie wird die Bühne für die größte Arktisexpedition aller Zeiten sein.

Doch niemand kennt derzeit schon den genauen Ort dieser Scholle. Irgendwo an der sibirischen Küste soll sie entstehen, es gibt sie bisher aber nur in den Plänen der Forscher. Und wenn alles blöd läuft, was niemand verhindern kann, wird sie die wackeligste Bühne der Welt sein. Für die Direktorin des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts, Antje Boetius, ist die Eisscholle heute schon der „größte Aufreger“ des ganzen Projekts. „MOSAiC“-Expedition heißt es. Vor acht Jahren war der Start. Seitdem laufen die Vorbereitungen. Denn eine Polarexpedition wie diese hat es so bisher nur einmal gegeben – und von heute aus betrachtet auch nur im Miniformat.

Vor wenigen Tagen erst kam die "Polarstern" aus der Antarktis zurück. Foto: Alfred-Wegener-Institut/Stefan Hendrick

Nansens großes Abenteuer.

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