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Geologie : Größtes Meteoritenfeld der Erde entdeckt

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Meteoriten-Suche auf dem Gilf-Kebir-Plateau Bild: CNRS

Im Süden Ägyptens hat ein Forscherteam das bisher größte bekannte Areal mit Meteoriteneinschlägen entdeckt. Die Einschläge stammen offenbar von mehreren Himmelskörpern.

          Mit Hilfe von hochauflösenden Satellitenbildern hat ein französisch-ägyptisches Forscherteam im Süden Ägyptens das größte Meteoritenfeld der Welt entdeckt. Von den rund hundert Einschlägen seien bislang 13 durch Grabungen auf dem Gilf-Kebir-Plateau nahe der ägyptisch-libyschen Grenze eindeutig identifiziert worden, gab das französische Forschungszentrum CNRS bekannt.

          Der Meteoriten-Regen prasselte demnach vor rund 50 Millionen Jahren auf ein etwa 5000 Quadratkilometer umfassendes Gebiet. Bruchstücke der Himmelskörper rissen Krater von 20 Metern bis zu einem Kilometer Durchmesser in das Wüstengebiet. Die wuchtigsten Einschläge sind bis zu 80 Meter tief.

          Einschläge mehrerer Meteoriten

          Das Forscherteam um Philippe Paillou vom Observatorium in Bordeaux stützte sich auf Aufnahmen, die zwischen 1996 und 1999 vom japanischen Satelliten JERS-1 angefertigt wurden. Darauf erkannten die Astronomen kreisförmige Strukturen, die zum Teil vom Wüstensand überdeckt waren. Im Februar unternahm Paillous Team eine zweiwöchige Expedition auf das wenig erforschte Gilf-Kebir-Plateau. Dabei entnahmen die Forscher Proben, die in Labortests inzwischen als Meteoriten-Material identifiziert wurden.

          Das bislang größte bekannte Meteoritenfeld liege in Argentinien und habe eine Ausdehnung von 60 Quadratkilometern, erklärte Paillou. Alle bisher bekannten Meteoritenfelder seien auf einen einzigen Meteoriten zurückzuführen, der beim Eintritt in die Erdatmosphäre zerbarst. Beim Gilf-Kebir-Plateau könne dies nicht der Fall sein, erläuterte Paillou. Damit sei offenbar erstmals ein Meteoritenfeld entdeckt worden, das von mehreren Himmelskörpern verursacht wurde. Bei einer weiteren Forschungsreise im Dezember soll das Feld genauer kartographiert werden.

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