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Forschung : Das Geheimnis der singenden Dünen

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Ein Meer aus Sand: Lawinen verursachen Lärm in der Wüste Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Unzählige Sandkörner abrutschender Sandlawinen versetzen die angrenzende Luftschicht in Schwingungen. So kommt das bis zu 100 Hertz laute Dröhnen von Dünen zustande, wie Laborversuche zeigten.

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          Schon Marco Polo hat sie in der Wüste Gobi gehört - singende Sanddünen, deren tiefes Brummen den Venezianer an Kriegstrommeln und Waffenlärm erinnerten. Andere Wüstenreisende haben die Sandgeräusche mit den Klängen von Dudelsäcken, Nebelhörnern, aber auch mit dem Surren von Telegraphenleitungen verglichen.

          Einige Dutzend dröhnende Dünen sind bis heute bekannt. Die lautesten hat man in China und Nordamerika entdeckt. Doch ist bis heute noch immer nicht gänzlich geklärt, warum Sand derartige Geräusche von der Lautstärke einer Autohupe erzeugen kann.

          Abrutschende Sandlawinen

          Mit dieser Frage beschäftigt sich seit langem auch Stephane Douady von der Universität Paris-VII. In Laborversuchen haben er und seine Kollegen herausgefunden, daß die Töne, die im Frequenzbereich von einigen hundert Hertz liegen, im wesentlichen durch das Abrutschen von Sandlawinen zustande kommen. Darin bewegen sich ungezählte Sandkörner nach unten, die die angrenzende Luftschicht in Schwingungen versetzen.

          Bewegen sich die Körner synchron nach unten, verstärkt sich der Ton, so daß er mitunter kilometerweit zu hören ist. Die Forscher sind davon überzeugt, daß auch der Feuchtigkeitsgrad, die Form der Sandkörner und eine Art „Wüstenlack“ aus Ton und Kalkspat eine entscheidende Rolle spielen, wie laut der Sand erklingt.

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