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Auch an der Nordseeküste : So groß ist die Flutgefahr im Klimawandel

Deichschau im niedersächischen Soltborg, Bild: dpa

Dem Meer so nah: Die Pegel an den meisten Küsten steigen immer schneller – wie schnell ist aber nicht völlig klar. Noch erstaunlicher ist, wie hoch die Flutgefahren plötzlich erscheinen, wenn man an den Ufern genauer hinsieht.

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          Wer nach dem jüngsten Ozean-Bericht des Weltklimarates IPCC und der darin enthaltenen Warnung zusammengezuckt ist, dass man an den Meeresküsten nun schnellstmöglich den Küstenschutz verstärken müsse, weil nämlich „Jahrhunderthochwasser“ schon ab Mitte des Jahrhunderts quasi jährlich möglich werden, dem muss nun gesagt werden: Die Lage für die Küstenbewohner ist wohl noch viel dramatischer als gedacht. Denn wie es aussieht, leben schon heute mindestens dreimal so viele Menschen unterhalb des Meeresniveaus, als man bisher angenommen hat. Wie man darauf gekommen ist? Indem man die Datensätze aus der Satellitenüberwachung einmal genau unter die Lupe genommen und die darin enthaltenen Verzerrungen erheblich reduziert hat.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Die seit Jahrzehnten verwendeten Daten über die Höhe der Küsten beruhen nämlich auf regelmäßigen Radarmessungen, die jeweils nur die höchsten Punkte über der jeweiligen Uferfläche und vielerorts deshalb nicht die eigentliche Bodenhöhe ermitteln. Wegen der Gebäude und der Bäume an den Küsten wurde die Höhe in den eher ländlichen Gebieten um durchschnittlich zwei Meter und in Küstenstädten teils großflächig um vier Meter überschätzt. Das legte jedenfalls der Vergleich mit den sehr viel präziseren Messungen von den mit Lasermessgeräten ausgestatten Fernerkundungsflugzeugen nahe.

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