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Fatale Korallenbleiche : Das Korallensterben schreitet ungebremst voran

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Ein Taucher vom ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies untersucht im November 2016 Korallen am Zenith Reef im Nordosten Australiens. Bild: Andreas Dietze

Von einer Korallenbleiche können sich viele Riffe kaum noch wirklich erholen. Grund sind Hitzeperioden, die sich im Zuge der Klimaerwärmung immer häufiger ereignen.

          Korallenriffe sind zu einem Opfer des Klimawandels geworden. Sie bleichen immer häufiger aus. Zudem können sie sich immer seltener davon erholen. So haben sich die Abstände zwischen zwei Korallenbleichen in den vergangenen Jahrzehnten drastisch verkürzt. Betrug der Abstand zwischen zwei solcher Ereignisse zu Beginn der achtziger Jahre im Durchschnitt noch 25 bis 30 Jahre, so sind es seit 2010 nur noch sechs Jahre. Diese Zeit sei zu kurz für eine komplette Erholung der vollentwickelten Gemeinschaften am Riff, schreiben die Wissenschaftler um Terry Hughes von der James Cook University in Townsville (Australien) in der Zeitschrift „Science“. Für eine Erholung benötigten Korallen mindestens zwischen zehn und 15 Jahren, die gesamte Kolonie brauche weitaus länger.

          Korallenriffe bieten Schutz, Nahrung und Jagdgründe für zahlreiche Meereslebewesen. Das Absterben von Korallen gilt deshalb vielen Wissenschaftlern als ein Warnsignal, dass sich die Artenvielfalt im Ozean künftig stark verringern könnte. Bei einer Korallenbleiche sterben winzige Algen ab, die mit den Korallen in einer Lebens- und Nahrungsgemeinschaft (Symbiose) leben. Die Koralle erhält von den Organismen Nährstoffe, dafür bietet sie ihnen unter anderem Halt und Schutz. Sterben die Korallenbewohner ab, wird das helle Korallenskelett sichtbar. Wenn eine solche Bleiche länger andauert, geht auch die Koralle zu Grunde.

          Hier am Cape York am Great Barrier Reef scheint das Ökosystem der Korallenbänke noch intakt zu sein, März 2016. Bilderstrecke

          Hughes und Kollegen haben Messdaten von weltweit 100 Korallenbänken zusammengetragen, die zwischen 31 Grad nördlicher und südlicher Breite liegen. Eine Standardisierung der Daten sorgte dafür, dass man die zwischen 1980 bis 2016 gemessenen Werte vergleichen konnte. Unterschieden haben die Forscher auch nach der Intensität der Korallenbleiche: War weniger als 30 Prozent eines Riffs betroffen, wurde das Ereignis als moderat eingestuft. Bei einer höheren Prozentzahl galt die Bleiche als schwerwiegend. An nur sechs der 100 untersuchten Orte hat es bisher noch keine schwerwiegende Korallenbleiche gegeben.

          Hitzewellen bedrohen Riffparadiese

          „Die Massensterben von Korallen ist weltweit zur Norm geworden, während die Temperaturen weiter steigen“, schreibt Hughes in einer Mitteilung seiner Universität. Dabei beschränkten sich die schweren Bleichen nicht mehr auf die Zeiten des Klimaphänomens El Niño, das in zahlreichen Meeresregionen für überdurchschnittliche Wassertemperaturen sorgt. „Jetzt sehen wir das Aufkommen von Bleichen in jedem heißen Sommer“, ergänzt der Co-Autor der Studie, Mark Eakin von der National Oceanic and Atmospheric Administration in College Park.

          Global gesehen ist das Risiko einer Korallenbleiche in den vergangenen vier Jahrzehnten pro Jahr um knapp vier Prozent gestiegen, das Risiko einer schwerwiegenden Bleiche sogar um 4,3 Prozent. Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass sich Korallenbleichen besonders während Perioden großer Hitze ereignen. Das Risiko dürfte weiter steigen, da Hitzewellen im Zuge der globalen Klimaerwärmung noch wahrscheinlicher werden und sich dadurch auch die Wassertemperatur erhöht.

          Als Direktor des ARC Centre of Excellence in Coral Reef Studies sorgt sich Hughes insbesondere um die australischen Korallenriffe. Dass es beim Great Barrier Reef erstmals in zwei Jahren nacheinander, 2016 und 2017, zu großflächigen Bleichen gekommen ist, habe beispiellose Schäden verursacht. „Wir hoffen, dass unsere Ergebnisse dazu beitragen werden, verstärkte Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgase in Australien, in den Vereinigten Staaten und anderswo voranzutreiben,“ sagt Hughes.

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