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Eisschmelze in Schweizer Alpen : So extrem haben die Gletscher in diesem Sommer gelitten

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Der See an der Zunge des Rhonegletschers ist 2018 wieder stark angewachsen. Bild: M. Huss,

Die Hitze und Trockenheit in diesem Sommer haben das Eis in den Schweizer Alpen massiv schmelzen lassen. Die Entwicklung ist vor allem aufgrund einer Tatsache äußerst bemerkenswert.

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          Die Eismasse der Schweizer Gletscher ist in diesem Sommer massiv geschrumpft. Insgesamt hätten die etwa 1500 Gletscher in den Schweizer Alpen im Vergleich zum vergangenem September 1,4 Milliarden Kubikmeter oder 2,5 Prozent an Eis verloren, berichtet die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz. Schuld seien die heißen Sommermonate gewesen. Nur der sehr schneereiche vergangene Winter habe eine noch dramatischere Entwicklung verhindert.

          Insgesamt hätten die Gletscher in zehn Jahren ein Fünftel ihres ursprünglichen Volumens verloren. Damit könnte die gesamte Fläche der Schweiz mit einer 25 Zentimeter hohen Wasserschicht bedeckt werden.

          Kaum Neuschnee in diesem Sommer

          Die Entwicklung sei bemerkenswert, weil nach dem vergangenen Winter teils Rekord-Schneehöhen gemessen worden waren, so die Akademie. Im Kanton Wallis hätten die Gletscher etwa zu Beginn der Schmelzperiode bis zu 70 Prozent mehr Schnee gehabt als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. In manchen Tälern sei so viel Schnee gefallen, wie es nur alle 70 Jahre zu erwarten sei. Bis Ende März habe noch oberhalb von 2000 Metern bis zu doppelt so viel Schnee gelegen wie in früheren Jahren zu dieser Jahreszeit.

          Pizolgletscher im Jahr 2006 und im Jahr 2018 (unten). Bilderstrecke

          Die Situation habe sich dann in den darauffolgenden Monaten geändert. Das Sommerhalbjahr von April bis September sei mit Abstand das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts gewesen, schreibt die Akademie. Auf dem 2540 Meter hohen Weissfluhjoch sei die Temperatur in den Sommermonaten etwa an 87 Prozent der Tage nie unter die Null-Grad-Marke gefallen.Neben den hohen Temperaturen war die Trockenheit das prägende Merkmal des Sommerhalbjahres. Dies führte dazu, dass es nur wenig Neuschnee auf den Gletschern gab. So war auf dem Weissfluhjoch zwischen dem 17. Mai und 4. September kein einziges Wettereignis mit mehr als einem Zentimeter Neuschnee zu verzeichnen.

          Seit Messbeginn  1937 gab es dort noch nie so wenig Sommer-Neuschnee. Bei vielen Gletscher hätte die mittlere Eisdicke um 1,5 bis zwei Meter abgenommen, teilweise auch um deutlich mehr. Die Verluste seien im südlichen Wallis mit etwas weniger als ein Meter etwas geringer ausgefallen. Die Häufung von Hitzesommern macht vor allem kleinen Gletschern stark zu schaffen; viele zerfallen richtiggehend, schreibt die Schweizer Akademie.

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