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Energiewende : Das Problem mit der grünen Grundlast

Leider nicht im erforderlichen Maße skalierbar: Bei Gaildorf in Baden-Württemberg wurde ein Windpark mit einem Pumpspeicherkraftwerk kombiniert. Bild: Getty

Die Verfassungsrichter haben den rascheren Umstieg auf erneuerbare Energiequellen angeordnet. Doch damit verschärft sich ein Problem, das mehr Windräder und Solarparks nicht lösen können.

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          Unsere Hoffnung auf besseren Klimaschutz führt direkt in die Steinzeit. „Welcome to the New Stone Age“ grüßt ein blaues Mammut von einer zehn Meter hohen Betonwand mitten im Hamburger Hafen. Hier in Altenwerder erforscht die TU Hamburg-Harburg zusammen mit einer Siemens-Tochter und einem Energieversorger eine neue Speichertechnologie, bei der überschüssiger Windstrom in einem Betonsilo gebunkert werden soll. Elektrothermischer Energiespeicher nennt sich so etwas. Dafür wurde ein schwimmbeckengroßes Volumen mit Abertausenden Lavasteinen befüllt, wie man sie aus der Sauna kennt. Ist zu viel Strom im Netz, werden die Steine erhitzt und dienen als Zwischenspeicher. Öffnet sich eine Versorgungslücke, wird den kleinen Brocken die Wärme wieder entzogen und in elektrische Energie umgewandelt.

          Andreas Frey
          Freier Autor in der Wissenschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der Energievulkan ist eines der größten Förderprojekte im Bereich neuer Speichertechnologien, 10,7 Millionen Euro investiert das Wirtschaftsministerium in das Steinsilo. Ob die gut angelegt sind, wird sich zeigen, allerdings beschäftigt die Suche nach verlässlichen Speichern nicht mehr nur die Ingenieure, sondern ist ganz oben auf der politischen Agenda angekommen. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts Ende April verfügt einen Umbau der Energieversorgung des Landes. Das Klimathema könnte im Herbst die Wahl entscheiden, zumal davor noch ein Sommer ansteht, der wie keine andere Jahreszeit den Klimawandel sichtbar macht.

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