Diskussion um Klimawandel :
Wissenschaftler sind keine Glaubensbrüder

Von Mathias Frisch
Lesezeit: 4 Min.
Klimawandel: Das einst ewige Eis schmilzt, 
Gletscher schrumpfen.
Wissenschaft zwischen kritischem Diskurs und Konsensbildung: warum die Einigkeit der Klimaforschung keineswegs auf eine Unterdrückung von Dissens hinweist.

Wissenschaftlicher Fortschritt bedarf eines kritisch-rationalen Diskurses, wie der Philosoph Sir Karl Popper betonte. Wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn ist nur möglich innerhalb sozialer Strukturen, die es erlauben, Theorien einer rationalen Kritik zu unterziehen. Das ist die eine Seite. Andererseits ist wissenschaftliche Forschung auch gekennzeichnet von Prozessen der Konsensbildung. Wie der Philosoph und Wissenschaftshistoriker Thomas Kuhn argumentierte, ist eine nachhaltige und detailorientierte gemeinschaftliche Beschäftigung mit einem Thema, wie sie charakteristisch für moderne wissenschaftliche Forschung ist, nur aufbauend auf einem Konsens über die akzeptierten wissenschaftlichen Grundannahmen möglich.

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