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Von Afrika bis Mexiko : Größter Algenteppich im Atlantik entdeckt

  • Aktualisiert am

Amerikas Karibik ist braun: Algen in den Florida Keys Bild: dpa

Forscher haben den weltgrößten Algenteppich gemessen. Er zieht sich von Westafrika bis nach Mexiko, bedroht viele Wasserpflanzen und hinterlässt an Küsten einen unangenehmen Geruch. Unklar ist, wieso sich die Algen derart ausbreiten.

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          Amerikanische Forscher haben im Atlantik den weltweit größten Algenteppich vermessen. Die betroffene Region bedeckte im vergangenen Jahr mehr als 8850 Kilometer die Meeresoberfläche und reichte von Westafrika bis zum Golf von Mexiko, wie die Forscher nach Analyse von Satellitenbildern berichten. Das Team der University of South Florida führt die Algenplage auf die Zunahme der Abholzung des Amazonas-Regenwaldes und des Gebrauchs von Düngemitteln zurück. Das wiederkehrende Blühen der umweltschädlichen und übelriechenden Braunalgen könnte zur Normalität werden, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin „Science“.

          An den Stränden beliebter Urlaubsziele in Mexiko und an anderen Orten im Karibischen Meer und im Golf von Mexiko sammelten sich zuletzt immer mehr der sogenannten Golftange (Sargassum). Sie schaden nicht nur der Tourismusbranche, sondern gefährden auch das Ökosystem. Der karibische Inselstaat Barbados rief deswegen im vergangenen Jahr einen Notstand aus. Die Algenplage sorgt vor allem für einen unangenehmen Geruch. Es riecht nach faulen Eiern.

          „Die chemische Zusammensetzung des Meeres muss sich verändert haben, damit das Blühen derart außer Kontrolle gerät“, wird Studienleiter Chuanmin Hu in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. Der Algenteppich wog demnach insgesamt mehr als 20 Millionen Tonnen. Allein in Mexiko sollen rund 1000 Kilometer Küste betroffen sein, weshalb Präsident Andres Manuel Lopez Obrador vor kurzem die Armee dazu aufrief, die Algen mit Booten einzusammeln.

          Ungleichmäßig auf offener See verteilt, tragen die Algen den Angaben zufolge gewöhnlich zur Gesundheit des Meeres bei, indem sie Tieren Lebensraum bieten und durch Photosynthese Sauerstoff freisetzen. Bei größerer Anhäufung gefährden sie aber manche Meerestiere sowie Korallen. Sinken die toten Algen auf den Meeresgrund, können sie dort ansässige Pflanzen ersticken. Ursprünglich waren die Algen eher nördlich der Karibik verortet, nun breiten sie sich direkt an den Küsten aus. Und wenn sie dorthin gespült werden und sich zersetzen, geben sie Schwefelwasserstoff frei.

          Seit dem Jahr 2011 breiteten sich die Golftange den Forschern zufolge explosionsartig aus – auch an Orten, an denen sie zuvor nicht vorkamen. Ihre Nährstoffe beziehen die Braunalgen demnach zum einen im Winter vom sogenannten Auftrieb – dem Aufstieg von tiefliegenden Wasserschichten – vor der westafrikanischen Küste. Zum anderen kommen die Nährstoffe im Frühling und Sommer von der Amazonasmündung. Sie könnten durch Abholzung und Düngemittel zuletzt zugenommen haben, hieß es. Dieser Verdacht beruht allerdings auf begrenzten, bislang unbestätigten Daten.

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