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Atmosphäre : Donnernde Sprites

  • -Aktualisiert am

Sommergewitter über Berlin: Hier donnert nicht nur der Donner Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Die Sprites, jene Leuchterscheinungen in der Hochatmosphäre, die mit Gewittern zusammenhängen, erzeugen offenbar ihren eigenen charakteristischen „Donner“. Das haben französische und dänische Forscher jetzt bei Untersuchungen in den Pyrenäen festgestellt.

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          Die Sprites, jene Leuchterscheinungen in der Hochatmosphäre, die mit Gewittern zusammenhängen, erzeugen offenbar ihren eigenen charakteristischen "Donner". Das haben französische und dänische Forscher jetzt bei Untersuchungen in den Pyrenäen festgestellt. Offenbar ist die von den Sprites ausgehende Infraschallwelle sogar ein besseres Erkennungsmerkmal als ihr recht schwaches, nur mit empfindlichen Kameras bei Nacht erfaßbares Licht.

          Die Sprites - im Deutschen auch Kobolde oder Elfen genannt - wurden erst vor 15 Jahren entdeckt. Es handelt sich um Leuchterscheinungen, die mit Polarlichtern vergleichbar sind. Die Energie, welche die Moleküle der Hochatmosphäre dabei zum Leuchten anregt, stammt aber nicht wie beim Polarlicht von der Sonne, sondern aus den Gewittern. Offenbar entsteht beim Blitz in der Troposphäre eine Art elektromagnetischer Puls, dessen Feldstärke dann die Partikeln in der Hochatmosphäre zu einem sehr schwachen Leuchten anregt. Bei zahlreichen Untersuchungen fanden Atmosphärenforscher mittlerweile heraus, daß Sprites mit nahezu jedem schwereren Gewitter einhergehen.

          Eine Art eigener Donner

          Forscher um Thomas Farges vom französischen Kommissariat für Atomenergie sind nun der Frage nachgegangen, ob Sprites auch ihren eigenen Donner erzeugen. Sie beobachteten dazu die Leuchterscheinungen vom Observatorium auf dem Pic du Midi in den Pyrenäen. Gleichzeitig erfaßten sie die Aufzeichnungen einer französischen Meßstation für Infraschall, die Teil des internationalen Überwachungsnetzes zur Einhaltung des vollständigen Teststoppabkommens für Atomwaffen (CTBT) ist. Wie die Gruppe kürzlich in der Online-Ausgabe der "Geophysical Research Letters" schrieb, waren mehr als 70 Prozent der während mehrerer nächtlicher Sommergewitter beobachteten Sprites von Infraschallwellen begleitet. Diese Wellen konnten eindeutig vom Donner des Gewitters unterschieden werden, denn ihre Frequenz war deutlich tiefer, und das Phänomen dauerte nur wenige Sekunden.

          Mit diesen Untersuchungen ist nicht nur erstmals der Nachweis gelungen, daß die Sprites von ihrem eigenen Donner begleitet sind. Mit dem zur Erkennung atmosphärischer Atomexplosionen eingerichteten ausgedehnten Infraschall-Meßnetz könnten Sprites künftig auch während der Tagesstunden erfaßt werden. Bisher war das nicht möglich, denn ihr Licht ist verglichen mit dem grellen Sonnenschein viel zu schwach.

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