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Ozonloch : Arktischer Ozonabbau in sauren Lufttröpfchen

Dampfende Risse im Eis signalisieren Wärme- und Stoffaustausch Bild: Lars Kaleschke/MPI für Chemie Mainz

In der Arktis wird das Ozon schon in Bodennähe zerstört. Die genaue Ursache für dieses troposphärische Ozonloch haben jetzt Forscher vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz zusammen mit Umweltphysikern aus Bremen und Meeresforschern aus entdeckt.

          Die Ursache für das „troposphärische Ozonloch“ in der Arktis, wie man die dort anzutreffende Zerstörung von Ozon in Bodennähe bezeichnet, ist jetzt offenbar gefunden worden.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Forscher vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz haben zusammen mit Umweltphysikern von der Universität Bremen und Meeresforschern von der Universität Hamburg mit dem Computermodell „Mecca“ gezeigt, daß das dreiatomige Sauerstoffmolekül in den bromhaltigen Aerosolen, die aus dem eisigen Meerwasser auf die rissigen Eisflächen und an die Luft gelangen, in einer Kettenreaktion zersetzt wird. Bislang rätselte man, wie diese chemische Reaktion möglich ist, da sie normalerweise nur in saurem Milieu abläuft, das Meerwasser aber stark karbonathaltig und damit leicht basisch ist.

          Wie die Wissenschaftler bei ihren Berechnungen herausgefunden haben, bleiben aber Karbonate und Sulfate, die in der kalten Umgebung schlechter löslich sind, weitgehend im Meerwasser zurück („Atmospheric Chemistry and Physics“, Bd. 6, S. 4653). Die aufsteigenden bromhaltigen Aerosole enthalten kaum noch Karbonate und sind somit sauer, was die katalytische Zersetzung des Ozons durch Bromid-Ionen - die „Bromexplosion“ - ermöglicht.

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