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Alarmierende Bedrohung : Was kann ich gegen Artensterben tun?

Der Winter ist vorbei, der Frühling erwacht. Für Liebhaber englischer Rasen geht damit die Saison los. Für Tiere ist das schön gepflegte Grün jedoch von keinem Nutzen. Sind Löwenzahn und Klee nicht vorhanden, finden Bestäuber keine Nahrung. Der akkurat getrimmte Rasen bietet für Insekten kein Zuhause. Zwar gilt die industrielle Landwirtschaft als die wichtigste Ursache für das Insektensterben – seit 1990 sind 75 Prozent des Insektenbestands zurückgegangen –, dennoch hat auch der heimische Garten, der keine Futterquellen bietet, einen negativen Effekt auf die Artenvielfalt. Gönnen Sie sich also ein wenig Unordnung.

5. Eine Hecke in den Garten setzen

Vögel und Insekten sind auf Hecken, Sträucher und Gebüsche angewiesen. Auch Säugetiere wie beispielsweise der Igel brauchen eine wild gewachsene Hecke, um dort seinen Nachwuchs aufzuziehen. Vögel nisten zum Großteil nicht in Bäumen oder im Vogelhäuschen, sondern bevorzugen vor allem natürliche Hecken. Wichtig dabei ist – und da sollten Sie nicht auf den Vorschlag des Nachbarn hören –, dass Sie das Gebüsch nicht zurechtstutzen. Einheimische Vögel benötigen zudem einheimische Gewächse wie Brombeere, Holunder oder Vogelbeere.

Schneiden Sie die Hecke am besten im Winter. Damit werden keine Nester zerstört. Falls Sie dennoch zu einer anderen Zeit das Gestrüpp kürzen möchten, sollten Sie darauf achten, dies nicht während der Fortpflanzungs- und Brutzeit zu machen. Das könnte im schlimmsten Fall dazu führen, dass Mütter ihre Brut aufgeben. Wohnen Sie in der Stadt, dann können Sie auch Ihren Balkon begrünen.

6. Keine Stein- und Zen-Gärten anlegen

Wenn Sie etwa als Hausbesitzer einen neuen Garten anlegen oder Ihren alten umgestalten wollen, dann pflanzen sie möglichst viele Blumensorten, einige Obstbäume sowie Nutzpflanzen. Die Blüten sind für Bienen, Hummeln und andere Insekten ein natürliches Refugium und eine wichtige Nahrungsquelle. Die Blumen sollten möglichst zu verschiedenen Jahreszeiten blühen. Verwerfen Sie sofort den Gedanken oder den Vorschlag Ihres Nachbarn, einen Stein- oder Zen-Garten anzulegen. Diese Gärten mögen zwar schön aussehen und scheinbar weniger Pflege und Arbeit erfordern. Sie tragen aber zur voranschreitenden Versiegelung bei und ziehen keine Insekten an.

7. Weniger Plastik konsumieren

Kunststoffe finden in unserem Alltag ubiquitäre Anwendung. Als leichter und gut formbarer Werkstoff in Autos, Flugzeugen, etc. einerseits – wodurch viel Treibstoff gespart wird. Andererseits jedoch in kurzlebigen Verpackungen, die allesamt im Müll landen. Plastik gelangt in vielen Formen und über zahlreiche Wege in unsere Umwelt, verkleinert sich und bleibt dieser ewig erhalten. Mit großen Nachteilen: Mikroplastik in der Natur wirkt wie ein Magnet für Schadstoffe, richtig gefährlich wird es, wenn es nach dem Konsum in Lebewesen Entzündungen auslöst, wie schon bei Miesmuscheln nachgewiesen wurde. Der Konsum von Lebensmitteln ist daher auch ein Hebel, den jeder betätigen kann. Kaufen Sie Gemüse und Obst beispielsweise nicht abgepackt in Plastik, auch Shampoo gibt es als Seife.

8. Plastik gehört nicht in die grüne Tonne

Immer wieder kann man sehen, dass Plastiktüten, Verpackungsmaterial und Kunststoffe in der Biotonne landen. Damit ist für Plastik der Weg offen, um in die Umwelt zu gelangen. Denn das Kunststoffmaterial, wenn es nicht mühsam heraus sortiert wird, gelangt mit dem zu Kompost aufbereiteten Biomüll letztlich auf unsere Äcker und Felder und somit auf unsere Teller. Blicken Sie deshalb gelegentlich in die Biotonne Ihres Nachbarn und holen Sie die Plastiktüte heraus, wenn Sie eine erblicken.

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