Die Walker Lane :
Zerreißprobe für Kalifornien

Von Horst Rademacher
Lesezeit: 4 Min.
Der Geologe Alana Williams von der Arizona State University blickt in einen künstlich Graben entlang eines Risses, den das Erdbeben in Ridgecrest am 5. Juli 2019 verursacht hat. Die Erdschichten in solchen künstlichen Gräben  liefern Hinweise auf frühere Erdbeben an der Walker Lane.

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Amerikas Westen steht unter tektonischer Spannung und droht an der Sierra Nevada aufzubrechen. Davon zeugen zahlreiche Erdbeben und Verwerfungen.

Als kürzlich Felsbrocken in der Größe von Kühlschränken auf die amerikanische Bundesstraße 395 im sehr dünn besiedelten Osten Kaliforniens fielen, waren nicht nur die Autofahrer überrascht, weil sie plötzlich die Brocken im Slalomkurs umfahren mussten. Auch viele Geologen wunderten sich zunächst über die Ursache dieses Felssturzes. Der Auslöser war schnell gefunden: Wieder einmal hatte sich ein Erdbeben der Magnitude 6 auf der Ostseite der Sierra Nevada ereignet, jener gewaltigen Gebirgskette, die Kalifornien auf einer Länge von mehr als 600 Kilometern vom Rest der Vereinigten Staaten trennt. Das Beben im Antelope Valley, südlich vom Lake Tahoe an der Grenze zum Bundesstaat Nevada, ereignete sich knapp zwei Jahre nach einer schweren Erdbebenserie in der Nähe der ebenfalls östlich der ge­waltigen Gebirgskette gelegenen Wüstenstadt Ridgecrest. Tatsächlich haben in den vergangenen drei Jahrzehnten in diesem Landstrich mehr schwere Erdbeben stattgefunden als entlang der berühmten San-Andreas-Verwerfung, der „klassischen“ Erd­­bebenzone in Kalifornien.

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