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Libidoforschung : Die Lust der Frauen

Folgen Frauen traditionellen Mustern?

Wenn die Sexualität bei Frauen in den Hintergrund gerate, habe das die unterschiedlichsten Gründe, sagt Henning. Auch sei das weibliche Gehirn eher gelangweilt als das männliche, zumal der Mann allzu oft an die falschen Stellen greife. „Das wird ihm ja nicht unbedingt beigebracht“, zeigt Henning Verständnis. Häufig wüssten die Frauen selbst nur wenig über ihre Anatomie. Was sie aber nicht daran hindert, rasch zum Orgasmus zu gelangen, wenn sie etwa selbst Hand anlegen oder mit Kontraktionen im Beckenboden spielen.

Der größte Unterschied zwischen den Geschlechtern zeigt sich heute beim Pornokonsum und bei der Selbstbefriedigung. „Ansonsten haben Frauen sich dem männlichen Verhalten angenähert, nicht zuletzt in der Zahl der Sexualpartner“, sagt Verena Klein. Dass die Enttabuisierung seit den 1990er Jahren vorangeschritten ist, hat auch die Soziologin Margrit Brückner beobachtet. Mit dem Verschwinden vieler Verbote sei allerdings die Erwartungshaltung gestiegen, dass sich Frauen nun auf alle möglichen Spielarten des Geschlechtsverkehrs einlassen. Sie befinden sich dabei auf einem schmalen Grat - zwischen einem pornographischen Auftritt im Internet und dem Rückzug in alterhergebrachte Sittsamkeit, wie es der Wunsch veranschaulicht, als jungfräuliche Braut in die Ehe zu gehen.

Will ich das wirklich?

In einer Zeit der seriellen Monogamie haben sich zugleich traditionelle Skripte erhalten, wie Soziologen bestimmte Muster nennen. Immer noch existiert zweierlei Maß für Männer und Frauen. Ergreift eine Frau selbstbestimmt die Initiative, muss sie die Ablehnung beider Geschlechter fürchten. Verena Klein testete dies in einer Studie zur körperlichen und emotionalen Nähe, in der sich Männer zwar zum Sex mit einer aktiven Verführerin bereit zeigten, aber nicht zu einer echten Beziehung. „Frauen können sich zwar mehr erlauben, aber noch ist nicht alles möglich. Es geht zu Lasten derjenigen, die sich nicht konform verhalten“, schlussfolgert die Psychologin. Zudem tragen Frauen nach wie vor das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft; sie stecken sich leichter mit Krankheitserregern an und werden häufiger Opfer von Gewalt.

Ein besseres Gleichgewicht der Geschlechter wünscht sich nicht nur die Soziologin Brückner. Anstelle der Devise „anything goes“ empfiehlt sie, Erotik und Liebe wieder enger miteinander zu verbinden. Und bei Experimenten sich selbst zu hinterfragen: Will ich das denn wirklich?

Was also will die Frau? Zumindest die Leserinnen des Magazins Séparée nehmen da kein Blatt vor den Mund. Längere Texte. Mehr Schwanz. Ute Gliwa nimmt die Herausforderung spielerisch an, sie hätten da noch so einige Ideen. An Models herrsche längst kein Mangel mehr, nur der Jugendschutz wache streng: keine Erektion, die über einen Winkel von 45 Grad hinausgeht. Aber nackte Haut darf so viel sein, wie will.

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