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Länder- und Firmen-Ranking : Die Weltrangliste der Urwaldsünder

Deutschland wie auch deutsche Firmen schneiden im Schnitt ordentlich bis  gut ab. „Die nachhaltige Palmölpolitik Deutschlands beispielsweise ist vorbildlich“, sagt Rautner. Neben den Niederlanden besitze Deutschland eine der ökologisch besonders nachhaltigen nationalen Waldpolitiken in Europa. Am anderen Ende der Skala der Importländer fallen vor allem Indien, China und Russland als Schlusslicht auf, die kaum über nationale Bestimmungen  verfügen, um eine Ausbeutung der Waldressourcen zu verhindern. Als politisch erstaunlich fortschrittlich im Hinblick auf Waldschutz erweisen sich dagegen viele lateinamerikanischen Staaten, zumal solche, in denen selber immer noch große Flächen gerodet werden. Vor allem Kolumbien, Brasilien und Peru hätten inzwischen nationale Gesetze erlassen, die einen langfristigen Urwaldschutz möglich machen. Insgesamt freilich gibt es nach Überzeugung der Ranking-Organisation kein einziges waldreiches Land, das die in der New Yorker Erklärung festgehaltenen Ziele für den Regenwaldschutz zu hundert Prozent umsetzen könnte. Vor allem in Südostasien und allen voran China, das für den Import von 22 Prozent der Urwaldgüter - und nicht zuletzte große Mengen Edelholz -  verantwortlich ist, gibt es noch erhebliche Lücken ind er Waldpolitik.

Auch bei der Untersuchung der Inititativen in den 250 Firmen ist ein starkes Gefälle nach Osten zu erkennen. Insgesamt schnitten Zulieferer und Erzeuger von Kosmetik- und Haushaltswaren deutlich besser ab als etwa Tierfutterhersteller. Grundsätzlich gilt: Je größer das Unternehmen, desto engagierter die grüne Firmenpolitik. „Über einem Jahresumsatz von zehn Milliarden Euro steigt die Bereitschaft zu einer rigiden Waldschutzpolitik stark an“, heisst es in dem Abschlussbericht. Europäische Firmen und nordamerikansiche schnitten deutlich besser ab als südostasiatische, öffentlich mit finanzierte besser als rein privat betriebene Konzerne.  „Einige der Unternehmen machen gute Fortschritte, aber insgesamt liegt die Privatwirtschaft noch deutlich hinter den Zielen einer Null-Abholzung.“ Die höchste Punktzahl erreichten lediglich sieben Firmen: Groupe Danone aus Frankreich, Kao Corporation aus Japan, Nestle aus der Schweiz, Procter & Gamble aus den Vereinigten Staaten sowie Rekitt Benckiser Group und Unilever aus Großbritannien.

Palmöl-Fabrik in Kertajaya, Lebak, auf Indonesien.

Wesentlich düsterer sieht es dagegen bei den 150 Investoren aus. Sie könnten das Geld theoretisch kurzfristig in Kanäle steuern, die eine nachhaltige Waldbewirtschaftung möglich machen. Die Realität sieht anders aus. Dreißig Großinvestoren erhielten eine Nuller-Wertung. Vor allem amerikanische Hedge-Fonds scheren sich offenbar nicht um ein grünes Image oder ökologische Investments. Und auch bei den Banken gibt es offenbar einige schwarze Schafe - mit einer bemerkenswerten Ausnahme: HSBC, das für seine Steuersünderpolitik gerade schwer unter Beschuss geratene multinationale Bankhaus, erfüllt offenbar als einiziger Investor alle ökopolitischen Wünsche der Regenwaldschützer.  Sowohl was die politischen Ziele als auch die Offenheit und Transparenz angeht, fällt HBSC ausgesprochen positiv auf. 

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