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Standortentscheidung gefallen : Batterie „Made in Germany“ soll aus Münster kommen

Mitarbeiter im BMW-Werk in Leipzig montieren Teile des Elektroautos i3. Bild: dpa

Die Zukunft der Energiewende liegt ab sofort in Münster. Überraschend früh ist die Standortentscheidung für die deutsche Batterieforschungsfabrik gefallen. Nicht im Süden, sondern im Norden sollen die neuen Batterien entstehen.

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          Sie sind ein ganz entscheidender Baustein für die Energiewende: Moderne, leistungsstarke Energiespeicher. Sie sollen den flächendeckenden Ausbau der Erneuerbaren beschleunigen und Deutschlands Stromversorgung unabhängiger machen. Seitdem das Bundesforschungsministerium bekannt gab, dass eine deutsche Forschungsfabrik die entscheidenden Impulse geben soll, die das Land vor allem von der zunehmenden Abhängigkeit von chinesischen Produkten befreien und zugleich die Voraussetzungen schaffen soll, die exorbitant steigende Nachfrage nach leistungsstarken und haltbaren Akkus in Industrie und Konsumgütern im eigenen Land zu decken, gab es einen Wettlauf der Forschungsinstitute. Jetzt ist die Entscheidung zugunsten der in Münster angesiedelten MEET – Münster Electrochemical Energy Technology“ – gefallen.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Eine Gründungskommission wurde eingesetzt, und schnell war Ulm als heißer Kandidat gehandelt worden, nicht zuletzt, weil nicht weit von Ulm Varta seine Batteriezellproduktion ausbaut und Grundstücke zur Verfügung stehen. Die deutsche Forschungsfabrik soll die Voraussetzungen schaffen für die Herstellung eigener Batteriezellen im großen Maßstab.

          „Eindeutiges Votum“

          Noch gestern hieß es der Nachrichtenagentur dpa zufolge, Experten der Gründungskommission sollen beim Bundeswirtschaftsministerium eine Empfehlung für Ulm in Baden-Württemberg abgegeben haben. Das habe das niedersächsische Wissenschaftsministerium mitgeteilt. Eine Entscheidung sei damit aber noch nicht gefallen sei. Im „Tagesspiegel“ wird eine Ministeriumssprecherin aus Niedersachsen zitiert, die davon berichtete, die Kommission habe ein „eindeutiges Votum“ zugunsten der baden-württembergischen Bewerbung mit dem Standort Ulm abgegeben. Niedersachsen ist mit einem Industriegebiet in Salzgitter in dem vom Bundesforschungsministerium ausgerufenen Wettbewerb dabei. Für das Land nimmt die Technische Universität Braunschweig an dem Rennen um den Standort teil.

          Eine halbe Milliarde Euro

          Seit Anfang Februar 2019 wurden für die Aufstellung einer „Forschungsfertigung Batteriezelle“ deutschlandweit verschiedene Forschungseinrichtungen mit ausgewiesenen Kompetenzen auf dem Gebiet der Batteriezellkonzepte und der Batteriezellfertigung zur Einreichung von Standortvorschlägen kontaktiert. Die Gründungskommission wurde von der Fraunhofer-Gesellschaft koordiniert. Fraunhofer-Chef Reimund Neugebauer sagte zum Abschluss des Verfahrens zwar nichts über die Beweggründe, die zur Entscheidung pro Münster führten, aber er sei insgesamt für die deutsche Batterieforschung optimistisch: „Die insgesamt sechs hochqualifizierten Bewerbungseinreichungen belegen nicht nur den Stellenwert des Themas Batterietechnologie in lokaler, regionaler wie auch bundesweiter Politik, Wirtschaft und Wissenschaft“, so Neugebauer. Um eine Technologieführerschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufzubauen – vom Bezug der Rohstoffe und Materialien über die Herstellung von Batteriezellen, -modulen und -systemen bis hin zum Recycling und der Rückgewinnung von Rohstoffen, müsse die Batterieforschung im Land massiv ausgebaut werden.

          Der Bund will die Forschungsfabrik in Münster mit einer halben Milliarde Euro fördern. Als ursprünglicher Entscheidungstermin war der 8. Juli genannt worden.

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