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Größtes Teleskop : Eine Radioschüssel in den chinesischen Bergen

Gewaltige Schüssel: Das weltweit größte Radioteleskop in der südchinesischen Provinz Guizhou. Bild: Getty

Es ist ein Projekt der Superlative: Mit einem Durchmesser von einem halben Kilometer ist in China das größte Radioteleskop der Welt fertiggestellt worden. Doch der Preis ist hoch.

          Einen Durchmesser von einem halben Kilometer hat das größte Radioteleskop der Welt, das in der südchinesischen Provinz Guizhou nach einer Bauzeit von fünf Jahren soeben fertiggestellt wurde. Seinen Betrieb soll das umgerechnet 240 Millionen Euro teure Instrument im September dieses Jahres aufnehmen. Bis dahin sind noch zahlreiche Tests notwendig.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Das „Five-hundred-meter Aperture Spherical Telescope“, kurz „FAST“, wird das 50 Jahre alte 305 Meter-Radioteleskop von Arecibo auf Puerto Rico ablösen. Der Reflektor von FAST ist ähnlich wie die mittelamerikanische Anlage in einer natürlichen Mulde in der Landschaft integriert worden. Seine 4600 Metallpaneelen lassen sich entweder zu einer Kugelfläche oder zu einem Paraboloiden zusammenschalten.

          Dadurch kann das Teleskop einen möglichst großen Himmelsstreifen abdecken. Das chinesische Radioteleskop wird Astronomen aus aller Welt zur Verfügung stehen, um den Himmel im Frequenzbereich von etwa zwei bis vier Gigahertz zu durchleuchten. FAST soll unter anderem nach schwach strahlenden Pulsaren – Überresten massereicher Sterne – fahnden, die mit bisherigen Instrumenten nur schwer zu beobachten sind.

          Stück für Stück: Seit 2011 ist das „Five-hundred-meter Aperture Spherical Telescope“ (FAST) im Bau – die Planung geht sogar bis in die neunziger Jahre zurück. Bilderstrecke

          Zudem soll das neue Teleskop das internationale Seti-Projekt bei der Suche nach außerirdischem Leben unterstützen. Damit das Radioteleskop seine Arbeit aufnehmen kann, sollen mehr als 9000 Menschen aus der Region Guizhou umgesiedelt werden. In einer Zone von fünf Kilometern um das Teleskop herum darf niemand mehr wohnen, damit es zu keinen elektromagnetischen Störungen beim Betrieb kommt. Nach Angaben offizieller chinesischer Staatsmedien werden die betroffenen Anwohner in neue Wohnungen umgesiedelt und erhalten eine Entschädigung von jeweils 1651 Euro. Menschenrechtsorganisationen kritisierten die Umsiedlungsaktion.

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