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Hirnforschung : Der Durst vor dem Schlafengehen

  • -Aktualisiert am

Ein Glas Wasser am Abend: Das Gehirn weiß, wann der Körper trinken soll. Bild: Felix Seuffert

Warum will der Körper vor dem Zubettgehen noch einmal trinken? Forscher aus Montreal wollen herausgefunden haben, dass das Gehirn sich einen Speicher für lange Schlafphasen anlegen will. Der Durst kommt mit der Dunkelheit.

          Unsere biologische Uhr gibt nicht nur den Takt des Wach-Schlaf-Rhythmus an. Sie stimuliert offenbar auch das Durstgefühl in der Zeit vor dem Zubettgehen. Davon sind Forscher von der McGill University in Montreal überzeugt. Den Wissenschaftlern war aufgefallen, dass Mäuse kurz vor dem Schlafen viel Wasser tranken, obwohl für das Verhalten kein physiologischer Grund wie eine Dehydrierung vorlag.

          Eine mögliche Ursache sei, so die Forscher, dass der Körper der Mäuse automatisch dafür sorgt, dass vor langen Schlafphasen genug Wasser aufgenommen wird. Was aber löst das zeitgesteuerte Durstgefühl aus? Hirnforscher sind davon überzeugt, dass das Hirn einen Hydratationssensor mit Durstneuronen beherbergt.

          Die Wissenschaftler um Claire Gizowski glauben nun, dass der sogenannte suprachiasmatische Kern (SCN) - ein erbsengroßes Gebiet im Hirn, das die biologische Uhr regelt - mit den Durstneuronen kommuniziert. Und zwar über Vasopressin, ein vom SCN produziertes Peptidhormon. In ihren Versuchen haben die Forscher, genetisch veränderte Mäuse untersucht, die Vasopressin mit einem lichtaktiven Molekül erzeugen. Durch optische Anregung haben sie zeigen können, dass die Peptidhormone tatsächlich Durstneurone stimulierten und somit ein Durstgefühl auslösten, wie es in der Fachzeitschrift „Nature“ heißt. Die Forscher glauben, dass dieser Mechanismus auch bei Menschen eine Rolle spielt, wenn sie vor dem Schlafengehen nochmals einen großen Schluck trinken.

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