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Kollateralschäden der Pandemie : Trümmerfeld junge Seele

Vereinsamt: Eine Studentin im Hörsaal im Biozentrum der Frankfurter Goethe-Universität im März 2021. Bild: Finn Winkler

Die Corona-Pandemie legt im Jahr zwei die psychische Verwundbarkeit von jungen Menschen gnadenlos offen. Eine Heidelberger Studentenstudie kommt auf alarmierende Zahlen und legt die Finger in die Wunden der Politik.

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          Schritt für Schritt, aber für viele immer noch viel zu langsam, kehrt die routineartige Geselligkeit zurück ins Leben von Schülern und Studenten. Kontakte werden wieder möglich, Präsenzunterricht bekommt nach diesem Sommer eine Bedeutung, die er vielleicht nie zuvor gehabt hat für sie. Denn die jungen Menschen werden nach anderthalb Jahren etwas wiederentdecken, was eigentlich in ihrem Alter selbstverständlich ist: mit sozialen Erfahrungen reifen. Die Weltgesundheitsorganisation ebenso wie UNICEF haben es der Politik in dieser Woche ins Stammbuch geschrieben: Die „katastrophalen Schulschließungen“ der ersten Pandemiewellen hätten der seelischen Gesundheit und der sozialen Entwicklung der jungen Menschen geschadet.

          Joachim Müller-Jung
          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          In einer aktuellen Metaanalyse der Zeitschrift Jama Pediatrics (Anm. der Red.: Originalpublikation von Jama kurzfristig verschoben) wird die Dimension der sozialen Krise für Kinder und Jugendliche im Alter bis zu 19 Jahren vorgeführt. In den 43 Studien aus zwölf Ländern mit insgesamt mehr als hunderttausend Schülern haben Wissenschaftler des University College London eine klare Tendenz erkannt: Die psychische Belastung der jungen Menschen überschreite insbesondere aus Mangel an sozialen Kontakten einen international anerkannten Risikogrenzwert in 18 bis 60 Prozent der Fälle – je nach Einschränkungen für die Schüler.

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