https://www.faz.net/-gwz-ac960

Folgeschäden von Covid-19 : Nerven und Blut im Corona-Trauma

  • -Aktualisiert am

Ein sensibles Netzwerk: Menschliche Nervenzellen unter dem Lichtmikroskop. Sars-CoV-2 kann über die Ausläufer und Blutgefäße ins Nervengeflecht gelangen. Bild: Reuters

Eine Corona-Infektion wirkt sich auch auf das Nervensystem aus: Was Neuro-Covid so gefährlich macht und warum ein altbekanntes Blutwäsche-Verfahren helfen könnte.

          6 Min.

          Infektionen mit Sars-CoV-2 ziehen das Nervensystem oft erheblich in Mitleidenschaft. Die Bandbreite an neurologischen Störungen ist dabei erheblich. So umfasst sie unter anderem einen Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, Kribbeln und Taubheitsgefühle in den Gliedmaßen, starke Erschöpfung nach geringster Belastung, ruhelose Beine und Muskelschmerzen. Aber auch Schwierigkeiten, Texte zu verstehen, Satzabbrüche und Konzentrationsschwäche fallen in die Kategorie Neuro-Covid, wie die neurologischen Folgen der Covid-19-Krankheit genannt werden. Worauf diese genau beruhen, ist zwar noch offen. Von zentraler Bedeutung scheinen dabei gleichwohl eine Dysbalance des Immun- und des Gerinnungssystems einerseits und Gefäßentzündungen andererseits zu sein.

          Schon zu Beginn der Pandemie ist einigen Forschern aufgefallen, dass Covid-19 den Blutbahnen in erheblichem Maße zusetzt. Besonders betroffen ist hiervon die Gefäßinnenhaut, das Endothel. In unmittelbarem Kontakt mit dem Blut, besitzt diese dünne Zellschicht eine Vielzahl wichtiger Aufgaben. So schützt sie die Gefäße vor schädigenden Einflüssen, unterdrückt die Blutgerinnung und schüttet zudem Botenstoffe aus, die den lokalen Blutfluss je nach Bedarf erhöhen oder verringern. Funktionsstörungen dieses Multitasking-Talents beeinträchtigen die Durchblutung dabei sowohl direkt als auch indirekt, und zwar, indem sie die Gefäßerweiterung unterbinden und die Gerinnselbildung begünstigen. Als Systemerkrankung kann Covid-19 nicht nur die Gefäße der Lunge schädigen, sondern erheblich auch jene des Herzens, des Darms und weiterer Organe. Frühe Belege für einen solchen Zusammenhang haben Wissenschaftler um die Pathologin Zsuzsanna Varga vom Universitätsspital Zürich vorgelegt.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Besuch in Flutgebieten : Laschet erlebt die Wut

          Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen besucht Orte, die hart von der Flut getroffen wurden. Da entlädt sich der Ärger von Betroffenen.
          Die Olympiasieger im Hochsprung Gianmarco Tamberi aus Italien (links) und Mutaz Essa Barshim aus Qatar

          Olympia-Gold um jeden Preis? : Blick in den Abgrund

          Mutaz Essa Barshim und Gianmarco Tamberi teilen sich Gold im Hochsprung. Was sie nach dem Olympiasieg über ihre Leidenszeit zuvor berichten, ist eher Mahnung als Inspiration für Kinder und Jugendliche.
          In Partylaune: Deutsche Urlauber feiern am Strand von Arenal.

          Tourismus : Keiner will die Billigurlauber

          Der Partytourist gerät in Misskredit: Viel saufen und wenig zahlen, das wollen viele Staaten nicht mehr. Hinzu kommt der Klimaschutz. Naht das Aus für den billigen Urlaub?